Ringier-Chefpublizist übt Kritik an Tamedia

Frank A. Meyer - Edipresse hätte besser zu Ringier gepasst.

Erstmals äussert sich ein Vertreter des Ringier-Verlags zur Übernahme des Westschweizer Verlagshauses Edipresse durch die Tamedia. "Ich halte die zunehmende Zürcher Medienherrschaft für bedenklich", sagt Frank A. Meyer in der Zeitung "Sonntag" auf die Frage, ob der Deal gut oder schlecht sei für die Schweiz.

Edipresse hätte besser zu Ringier gepasst, so Meyer weiter. Ringier sei seit Generationen in der französischsprachigen Schweiz präsent und verwurzelt. "Ringier pflegte immer eine gesunde Distanz zur Zürcher Herrschaftskultur", sagt Meyer. Im Zürcher Medienzirkus herrsche "Inzucht".

Meyer kritisiert ferner den Pessimismus, den die Zeitungsbranche in eigener Sache verbreitet. "Die Verleger glauben nicht mehr an ihr Geschäft. Dieser Defätismus strahlt aus. Wie können wir da erwarten, dass die Leser in die Kioske strömen, um unsere Zeitungen zu kaufen?", sagt Meyer. Er selber ist überzeugt, dass Zeitungen eine Zukunft haben.