Ringier "wirtschaftsfeindliche Kampagne" vorgeworfen

Roger Köppel - "Boulevardkonzern" hetze gegen Wirtschaft.

In der neuesten Ausgabe der "Weltwoche" beklagt sich Verleger und Chefredaktor Roger Köppel im Editorial heftigst über Ringier. Er wirft dem "Boulevardkonzern" vor, unermüdlich gegen die Wirtschaft zu hetzen. Zuvorderst auf den Barrikaden stehe der "SonntagsBlick", so Köppel, "ideologisch ferngesteuert von Altpublizist Frank A. Meyer, der sich spaltenbreit an den Negativnachrichten aus der Wirtschaft ergötzt, die seine [...] These bestätigen sollen: 'Alle Unternehmer sind Faschisten.'"

Köppel analysiert die letzte Ausgabe des "SoBli": "Auf den ersten Seiten beschiessen Meyers Truppen mit bemerkenswerter Energie die UBS. Bombenteppiche der Entrüstung werden gelegt, der Chefredaktor prangert 'ungesunde' Löhne an, Bundesrätin Leuthard darf noch etwas Öl nachgiessen ('Löhne der Banker müssen sinken'). Eine Seite weiter feuern die Kollegen auf Finanzminister Merz: '"Er hat uns Sand in die Augen gestreut'".

Laut dem Chefredaktor der "Weltwoche" liefere Seite 19 des "SoBli" dann die Erklärung, worum es Ringier wirklich gehe: "Angriff auf die Reichsten" durch heftig beklatschte Erbschaftssteuern. Auf Seite 21 wüte dann Chefkolumnist Meyer mit Moses- und Thomas-Mann-Anleihen gegen gesetzlose Neoliberale. Als man denke, es sei vorbei, werde auf den nächsten Seiten auch noch Daniel Vasellas Lohn behandelt und der Novartis-Chef zum Abschuss freigegeben.

Köppel zeigt sich erstaunt über die "wirtschaftsfeindliche Brachialkampagne" des grössten Schweizer Verlagshauses. "Offensichtlich können sich die Inserateverkäufer des Ringier-Konzerns der ungebrochenen Solidarität ihrer Anzeigenkunden erfreuen, auf deren Untergang die Ringier-Journalisten zielstrebig hinarbeiten."