AFX News Ltd London, eine hundertprozentige Tochter der Agence France Presse, war ursprünglich als Konkurrenz zu AP Dow Jones gegründet worden. In der Schweiz kooperierte die Agentur seit April 1999 mit der SDA, wobei rund acht AFX-Journalisten in Zürich für die Schweizerische Depeschenagentur tätig sind.
Vor rund vier Monaten hat die SDA nun angekündigt, den Wirtschaftsdienst für Banken AWP, einen AFX-Konkurrenten, zu übernehmen. Dieser gehört Hansjürg Saager, der seit rund 20 Jahren und mit momentan 20 Leuten ebenfalls in Zürich tätig ist. Diese Übernahme ist der AFX anscheinend in den falschen Hals geraten. Intern spricht man gar von einer "Verletzung eines Gentlemen Agreement".
AFX hat denn auch in der Folge den Vertrag mit der SDA per Ende Jahr aufgekündigt, wie SDA-Direktionsassistent Markus Santschi gegenüber "persoenlich.com" bestätigt. Er bedaure die Trennung. Man habe auch weiterhin mit der AFX zusammenarbeiten wollen, wenn auch in einer leicht anderen Form. Was die AWP angeht, so will die SDA das Unternehmen bis zum 1.1.2005 zu hundert Prozent übernehmen. Bis Ende Jahr ist eine Übernahme von 53 Prozent geplant.
Bei der AFX selber hält man sich bedeckt. Chefredaktor Ueli Hoch wollte die Recherchen von "persoenlich.com" weder dementieren noch bestätigen. "No comment aus Zürich", meinte er.
Die Rochade hat auch Konsequenzen für Swisscontent, eine weitere Anbieterin von Wirtschaftsnachrichten. Fredy Hämmerli, CEO Swisscontent, bestätigt auf Anfrage von "persoenlich.com", dass Gespräche mit der AFX stattgefunden hätten. Diese seien bereits so weit fortgeschritten, dass eine Kooperation ab Anfangs 2003 realistisch sei. Hämmerli: "AFX ist eine wirklich herausragende Wirtschaftsagentur eine Zusammenarbeit käme uns beiden sehr zu Gute". Wie die Kooperation im Detail aussehen soll und wer in welcher Form davon profitieren wird, sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht spruchreif.