Roger de Weck wehrt sich für Service public

SRG - Budgetkürzung würde deutschen Sendern helfen.

In einem Gastbeitrag für die Zeitung "Der Sonntag" nimmt SRG-Generaldirektor Roger de Weck klar Stellung zur Debatte, wie viel Service public die Schweiz braucht. "Wer die SRG in ein Mauerblümchen verwandeln möchte, empfiehlt ihr den amerikanischen Weg. Und übersieht, dass gerade die Informationssendungen viel weniger beachtet würden, da sie nicht länger in ein attraktives Programm eingebettet wären", schreibt de Weck. In den USA strahlt das Public Broadcasting System (PBS) weder Shows noch Spiele, weder Serien noch Sport aus, sondern lauter hochstehende Fernsehsendungen, die nicht ins Programm privater Anbieter passen: "Folge ist, dass fast niemand zuschaut, der Marktanteil liegt unter 2 Prozent: Service sans public bzw. für eine Handvoll Gebildete in der Oberschicht", so de Weck.

Es komme aber auf die richtige Mischung des Angebots an: "Das weiss jeder Profi." Auch die Unterhaltung zähle dazu, sogar die Bundesverfassung sehe das vor: "Ohnehin ist die Eidgenossenschaft bunt und lebenslustig. Will die SRG unser Land abbilden, gehört Buntes und Lebenslustiges ins Programm." Wer Programm und Budget der SRG stutzen würde, erwiese aber vor allem RTL, Sat1 und Pro7 einen Dienst: "Die deutschen Sender, zumal die kommerziellen, würden in der Deutschschweiz zulegen", schreibt de Weck. Wer ein SRG-Minimalangebot fordere, so de Weck weiter, "will den Marktanteil fremder Anbieter vollends maximieren." Der SRG-Generaldirektor schliesst mit der Frage: "Braucht unser Land ein volksnahes Programm in den vier Landessprachen und mit Qualitätsanspruch, das sich gegen internationale Konkurrenz behaupten kann? Wer die Frage bejaht, wird nach wie vor auf einen starken Service public setzen."