Anfang Mai wird das Neumarkt Theater für drei Tage in einen Gerichtssaal verwandelt. Die Dramaturgin Julia Reichert und Regisseur Milo Rau inszenieren einen öffentlichen Prozess gegen die "Weltwoche", dies berichtet tagesanzeiger.ch. Sie und damit Verleger Roger Köppel werden angeklagt. Die Anklageschrift ist noch nicht verfasst, das Thema wird jedenfalls grob umrissen mit "Meinungs- und Pressefreiheit vs. Schutz des Persönlichkeitsrechtes".
In diesen drei Tagen sagen echte Zeugen vor einem echten Richter aus, befragt von echten Anwälten offenbar zu einem echten Fall. Und am Ende fällt eine aus der Bevölkerung ausgewählte Jury ein echtes (wenn auch nicht rechtsgültiges) Urteil. Auch wenn der Prozess zu gewissen Anteilen inszeniert sein wird, soll dieser Schauprozess kein abgekartetes Spiel werden, so Milo Rau.
Der prominente Angeklagte wird sich dabei nicht vertreten lassen, sondern erscheint persönlich vor Gericht. Roger Köppel schaut der Angelegenheit aber offenbar nicht ganz gelassen entgegen. Immerhin hat er seinen Anwalt Martin Wagner für die Dauer des Prozesses aufgeboten. Köppel weiss derzeit allerdings nicht, was ihm oder seinem Blatt konkret vorgeworfen wird. (tagesanzeiger.ch)