Eine weibliche Stimme kündigt Roger Köppel auf Radio 105 an. Worauf der Chefredaktor der "Weltwoche" auf Mundart loslegt: "Was ist eigentlich mit Bundesrätin Doris Leuthard los? Sie ist die sympathische und hochbeliebte Frau, die jetzt einen Atomausstieg verkaufen muss, der hinten und vorne nicht funktioniert." Köppel nennt darauf mit dem "Kampf um den Finanzplatz" und den "extravaganten Ausschweifungen" des spanischen Königs zwei weitere Themen aus der "Weltwoche" vom 26. April.
Bei der ungewöhnlichen Aktion handelt es sich um einen Werbespot für die "Weltwoche". Der Chefredaktor schlüpft darin in die Rolle eines modernen Zeitungsausrufers. Auf die Strasse, wie seine aussterbenden Berufskollegen, begibt er sich deswegen aber nicht: Titel und aktuelle Themen der "Weltwoche" bringt Köppel im Radio unter die Leute. Von nun an wird jede Woche ein neuer "Weltwoche"-Spot von Köppel gesprochen und auf Radio 105 gesendet.
Wieso platziert die "Weltwoche" ihre Werbung ausgerechnet auf Radio 105 - dem Radiosender mit dem geringsten Informationsanteil unter den Zürcher Privatradios gemäss Bakom-Studie (persoenlich.com berichtete)? Guido Bertuzzi, Marketingleiter der "Weltwoche", meint: "Zum einen ist Radio 105 ein Sender, der sich an jüngere Zielpublika richtet. Wir erreichen damit ein Publikum, das die Weltwoche noch wenig kennt. Zum Zweiten wurde Radio 105 am Radio Day 2011 mit dem Preis "Radio Of The Year" für die grösste Reichweitensteigerung ausgezeichnet. Mit Radio 105 erreichen wird 112000 Hörer. Zum Dritten deckt der Sender die wichtigsten News und Ereignisse durchaus ab."
Zum Umstand, dass Köppel seine Zeitung gleich selbst bewirbt, sagt Bertuzzi: "Aus Marketing- und Verlagssicht ist es sogar ideal, dass der Chefredaktor die Spots selber bespricht. Roger Köppels Stimme ist radiophon und hat einen hohen Wiedererkennungswert." Es geht dem Blatt wohl auch darum, Köppel als Identifikationsfigur für das Blatt weiter zu stärken: "Es gibt zumindest keinen Grund, die Identifikation abzuschwächen", so Bertuzzi.
Die Laufdauer der Werbemassnahme reicht gemäss Bertuzzi bis ins Frühjahr 2013. Zusätzlich werden die Spots auch auf Radio 1 gesendet, allerdings nur bis Ende Mai. Wie Bertuzzi weiter erläutert, werden die Spots in direkter Kooperation zwischen der "Weltwoche" und Radio 105 produziert. (bn)