«Weltwoche»-Verleger und SVP-Nationalrat Roger Köppel legt sich mit der renommierten und international anerkannten «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS) an. Auslöser für das Editorial in der aktuellen «Weltwoche» ist die Beschuldigung der FAS, wonach der stellvetretende Vorsitzende der deutschen Rechtspartei «Alternative für Deutschland» (AfD), Alexander Gauland, in einem Hintergrundgepräch gesagt haben soll, der dunkelhäutige deutsche Fussball-Nationalspieler Jérôme Boateng sei zwar ein guter Fussballer, aber es gebe in Deutschland Leute, die ihn nicht zum Nachbarn haben wollten.
Die FAS machte aus dem angeblichen Gauland-Zitat auf der Frontseite den Titel: «Gauland beleidigt Boateng». Dieses Zitat löste in Deutschland einen Sturm der Empörung aus. Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete Gauland als «niederträchtig.» Gauland bestreitet, diese Aussage gegenüber den Journalisten gemacht zu haben. Die Journalisten erwiderten, sie hätten die Zitate «aufgezeichnet». Nachträglich stellte sich heraus, dass es keinen elektronischen Mitschnitt oder Tonbandaufzeichnungen gibt, sondern nur handschriftliche Notizen.
Für Köppel sind das «totalitäre Gaunermethoden», die ihn an die «Gesinnungsmafia» erinnerten. Damit sei die «Inquisition in Deutschland» zurück. Köppel kennt Gauland noch aus seiner Zeit, als er als Chefredaktor der «Welt» in Berlin arbeitete. Für den heutigen SVP-Nationalrat ist Gauland «weder ein Rassist noch Extremist. In der Schweiz könnte er problemlos der FDP oder SVP beitreten». Köppels Fazit: «Deutschland spinnt.» (ma)
Bild: Keystone