Roger Köppel startet Campus-Tour

Weltwoche - Der Weltwoche-Verleger kündigt nach dem Mord an Charlie Kirk Debattierformate an Hochschulen an.

Der Weltwoche-Verleger Roger Köppel kündigt nach dem tödlichen Angriff auf den US-Aktivisten Charlie Kirk eine Campus-Tour an Schweizer Universitäten an. Studierende sollen den Chefredaktor in offenen Fragerunden «direkt herausfordern» können.

Charlie Kirk, Gründer der konservativen Organisation Turning Point USA, wurde am Mittwoch während einer Studentendiskussion an der Utah Valley University erschossen. Nach dem tödlichen Angriff ist der Tatverdächtige gefasst. Er sei am späten Donnerstagabend (Ortszeit) festgenommen worden, sagte der republikanische Gouverneur von Utah, Spencer Cox, auf einer Pressekonferenz.

In einer Medienmitteilung vom Freitag erklärt Köppel, der Mord habe gezeigt, «wie verwundbar die offene Streitkultur, die Auseinandersetzung mit Argumenten ist». Kirk sei «bekannt für seine öffentlichen Auseinandersetzungen mit Studenten» gewesen.

Das Format «Köppel auf dem Campus» soll «nicht in vorbereiteten Vorträgen, sondern in offenen Fragerunden» stattfinden. Köppel begründet die Initiative damit, dass auch in der Schweiz «vielerorts zu wenig miteinander diskutiert» werde. Mit der Tour wolle er «diese Gräben überwinden sowie die Meinungsvielfalt und den Dialog fördern».

Studenten reagieren gelassen

Die Schweizer Studentenschaft zeigt sich von Köppels Ankündigung wenig beeindruckt, wie die SonntagsZeitung berichtete. Julia Bogdan, Co-Präsidentin des Verbands der Schweizer Studierendenschaften (VSS), betrachtet Köppels Plan als unproblematisch, sieht aber die Debattenkultur an Schweizer Universitäten nicht als gefährdet an.

Die Studierendenvertreterin wirft Köppel vor, den Tod Kirks zu instrumentalisieren. Der VSS sehe wenig Parallelen zwischen der Situation in den USA und der Schweiz. Die Debattenkultur an den verschiedenen Hochschulen sei intakt, auch wenn sie je nach Institution unterschiedlich geprägt sei.

Bogdan, die an der ETH Zürich studiert, würde eine Veranstaltung Köppels durchaus besuchen, um dessen Umgang mit abweichenden Meinungen zu beobachten. (pd/sda/cbe)