Ein Grossteil der Schweizer Radios verliert erneut, darum stimmen die am Dienstag veröffentlichten Radio-Hörerzahlen die Branche nicht allzu euphorisch. Empört zeigt sich Roger Schawinski. "Diese Resultate erstaunen und erscheinen nicht nachvollziehbar", schreibt er in einer Mitteilung vom Dienstag. Er fordert Mediapulse auf, die Erhebungstechnik zu ändern, inbesondere sollen bei der Auswahl der Befragten Mobil-Telefonnummern berücksichtigt werden.
Daneben weist der Radiopionier auf positive Entwicklungen bei seinen beiden Sendern hin. Dass Planet 105 ein Minus von 28'000 Hörern verzeichnet, sei auf die besonderen Verhältnisse zurückzuführen. "Konkurs des früheren Betreibers, Senderstilllegung und Markenstreit: Erst jetzt können wir unter dem Titel "We love Ibiza" eine grosse Marketingaktion lancieren", so Schawinski. Der andere Sender, Radio 1 (-15'000 Hörer), beeindrucke durch seine Podcast-Zahlen: "Roger gegen Roger" sei im 2. Halbjahr 2014 fast 577'000 Mal zeitversetzt angehört worden ("eine Steigerung von über 15 Prozent").
Die anderen Privatradios nehmen die Zahlen zur Kenntnis und versuchen möglichst Positives daraus abzuleiten, wie die am Dienstag eingegangen Mitteilungen zeigen:
Radio 24: "Dass wir weiterhin das meistgehörte Privatradio der Schweiz und die klare Nummer 1 im konzessionierten Sendegebiet sind haben wir dem Know-how, dem Talent und Engagement unseres Teams und der Treue der Hörer zu verdanken.», schreibt Programmleiter Marc Jäggi.
Radio Energy: "Wir sind froh, dass das Problem der Falschzuweisungen durch synchrone Ausstrahlungen gelöst ist und die neusten Hörerzahlen der Energy Sender mit den neuen Berechnungswerten unsere Marktpositionen bestätigen oder sogar noch verbessert haben", so Geschäftsleiter Dani Büchi.
Radio Grischa: "Mit knapp 75'000 täglichen Konsumenten verliert der Lokalsender im zweiten Halbjahr in der deutschen Schweiz leicht an Hörern, wird jedoch im eigenen Konzessionsgebiet stärker. Auch wurde regional der Marktanteil mit einem Prozent ausgebaut", schreibt Geschäftsführer Silvio Lebrument.
Radio Bern 1: "In den Konzessionsgebieten der Stadt Bern und der Stadt und Region Bern bleiben wir das meistgehörte Privatradio", schreibt Peter Scheurer, Geschäfts- & Programmleiter.
Radio FM1: "Mit 221'000 Hörerinnen und Hörern pro Tag ist FM1 weiterhin das hörerstärkste Privatradio ausserhalb des Grossraums Zürich", schreibt André Moesch, Leiter Elektronische Medien St. Galler Tagblatt.
Eine detailierte Auswertung der Radio-Hörerzahlen finden Sie auf persoenlich.com. (pd/eh)