In der Affäre um kinderpornografische Bilder beim Westschweizer Radio RSR hat der frühere Kantonsrichter Jacques Reymond seinen Untersuchungsbericht abgeliefert. Aufgrund seiner Empfehlungen entlässt das Radio das fehlbare Kadermitglied. Dieser Schritt rechtfertige sich allein schon mit dem Ausmass, das die Affäre angenommen habe, teilte das Westschweizer Radio am Dienstag mit. Ausserdem habe der Fall zu grossen Spannungen innerhalb des Betriebs geführt.
Das Kadermitglied hatte 2005 kinderpornografische Bilder vom Internet runtergeladen. Ein Informatiker entdeckte die Fotos und meldete sie der Direktion. Sie verwarnte das Kadermitglied, sah aber von weiteren Schritten ab. Der Informatiker selber machte die Geschichte letzten März publik. Er fand, dass seine Vorgesetzten den Fall unter den Tisch gekehrt haben. Für seinen Gang an die Öffentlichkeit wurde der Informatiker fristlos entlassen.
Laut Reymond zurecht. Der wiederholte Vertrauensbruch lasse ein Arbeitsverhältnis nicht mehr zu, hiess es. Deshalb hat der RSR-Verwaltungsrat die Entlassung bestätigt. Hingegen will er den Informatiker finanziell unterstützen und ihm bei der Stellensuche helfen.
Kritik muss RSR-Direktor Gérard Tschopp einstecken. Laut Reymond hat Tschopp im Krisenmanagement und in der Kommunikation Fehler gemacht. Die Strukturen und die Prozesse auf Direktionsstufe müssten deshalb verbessert werden. Angesichts seines bisherigen Leistungsausweises, könne aber Tschopp diese Reformen leiten. (sda)