Die grafische Industrie konnte im 4. Quartal 2004 ihre Produktion deutlich erhöhen. Die gleichzeitig gesunkene Ertragslage lasse auf einen unvermindert heftigen Preiskampf schliessen, schreibt der Branchenverband Viscom in einer Mitteilung. In den nächsten Monaten werden leicht erhöhte Verkaufspreise erwartet.
Gemäss den Ergebnissen der KOF-Quartalsumfrage vom Januar setzte sich die Verbesserung des Geschäftsgangs in der grafischen Industrie fort. Die Expansionspläne der Unternehmen der grafischen Industrie wurden jedoch im Vergleich zum Vorjahr zurückgefahren. Im Druckgewerbe ist zwar eine weitere Ausweitung der Produktion vorgesehen. Die Einschätzungen sind aber weniger optimistisch als in den vergangenen Monaten. Seit Mitte 2004 sind die Erwartungen vorsichtiger geworden.
Erhöhte Produktion
Seit Ende 2002 nehmen in der grafischen Industrie die Bestellungseingänge vermehrt zu. Die Produktion konnte stark ausgeweitet werden. Entsprechend weist die grafische Industrie eine steigende Kapazitätsauslastung auf. Der Aufwärtstrend dauert schon seit Mitte 2002 an. Gleichwohl werden die technischen Kapazitäten weiterhin als überhöht angesehen.
Rückläufige Ertragslage
Der erhöhten Produktion steht eine gesunkene Ertragslage gegenüber. In den vergangenen Monaten musste das Druckgewerbe einen verstärkten Rückgang der Ertragssituation hinnehmen. Die gestiegene Produktion bei gleichzeitig rückläufigen Erträgen ist ein deutliches Indiz für den unvermindert anhalten Preiskampf, welcher die Margen schmelzen lässt.
Der Preiskampf ist eine Folge der nach wie vor stark überhöhten technischen Kapazitäten innerhalb der Branche. Immerhin werden für die nächsten Monate leicht steigende Verkaufspreise erwartet. In diesem Zusammenhang empfiehlt Viscom den grafischen Betrieben, ihren Kunden die Bera-tungsdienstleistungen konsequent in Rechnung zu stellen, wie dies in anderen Branchen üblich ist.
Kurzfristige Auftragslage