Nach knapp zwei Monaten Geiselhaft im Irak sind am Montag drei rumänische Journalisten unversehrt in ihrer Heimat eingetroffen. Sie waren am Montag mit einer Maschine der rumänischen Luftwaffe aus Bagdad ausgeflogen worden.
Nach der Landung auf dem Militärflughafen Otopeni bei Bukarest wurden die Journalisten nach einer kurzen Begegnung mit ihren Familien abgeschirmt. Sie befänden sich vorerst in "Quarantäne", berichteten die rumänischen Medien.
"Rumänien hat weder über seine gegenwärtige oder zukünftige Aussenpolitik (in der Geiselkrise) verhandelt noch Lösegeld für die Journalisten gezahlt", hatte Rumäniens Staatspräsident Traian Basescu nach der Freilassung der Geiseln erklärt. Er versprach, die Hintergründe zu diesem Fall in spätestens zwei Wochen bekannt zu geben.
Der ebenfalls entführte irakisch-amerikanische Begleiter der Journalisten, Mohammed Munaf, blieb in Obhut der US-Streikräfte in Bagdad. Erste Verhöre hätten ergeben, dass er im "Besitz von Informationen über Bedrohungen für die multinationalen Streitkräfte im Irak" sei, hiess es von der US-Botschaft in Bukarest am Montag.
Die Fernsehreporterin Marie-Jeanne Ion vom rumänischen Privatsender Prima TV und ihr Kameramann Sorin Miscoci sowie der Reporter der rumänischen Tageszeitung Romania libera, Ovidiu Ohanesian, waren am 28. März zusammen mit Munaf in Bagdad entführt worden.