Rupert und James Murdoch sagen vor Parlamentsausschuss aus

Abhörskandal - "Der demütigste Tag meines Lebens..."

Im Abhörskandal um die inzwischen eingestellte britische Boulevardzeitung "News of the World" haben Medienmogul Rupert Murdoch und sein Sohn James am Dienstag vor einem Parlamentsausschuss Stellung bezogen. "Dies ist der demütigste Tag meines Lebens", sagte Rupert Murdoch zu Beginn der Anhörung vor dem Medienausschuss im Unterhaus in London.

Er hat jegliche Verantwortung für den Abhörskandal bei seinen britischen Zeitungen zurückgewiesen. Er habe ausserdem keine Beweise dafür gesehen, dass Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA von Journalisten abgehört worden seien, sagte er vor dem Parlamentsausschuss weiter. Er gehe auch nicht davon aus, dass die US-Bundespolizei über solche Beweise verfüge. Die "News of the World" sei wegen der Vorwürfe gegen die Zeitung eingestellt worden. Rupert Murdochs News Corporation habe auf die Abhöraffäre bei der britischen Skandalzeitung "News of the World" so "schnell und transparent" wie möglich reagiert, sagten Rupert Murdoch und sein Sohn James zudem.

Auf viele Fragen reagierten die beiden Unternehmer abweisend. Die "News of the World" machten weniger als ein Prozent des Konzerns aus, sagte der 80-jährige Medienzar. Die meisten Fälle hätten gar nicht Schwelle erreicht, dass die Murdochs überhaupt involviert gewesen wären, ergänzte sein Sohn James. Als der Unternehmensführung 2010 der Fall der bespitzelten Schauspielerin Sienna Miller bekanntgeworden sei, habe man sofort die Polizei informiert und weitere Untersuchungen eingeleitet.

Die öffentliche und live ins Fernsehen übertragene Anhörung ist eine der aufsehenerregendsten jemals von einem Parlamentsausschuss abgehaltenen Befragungen. Es ist äusserst selten, dass sich Rupert Murdoch als Chef eines der grössten Medienunternehmen der Welt öffentlich äussert. (sda)