Der britische Rundfunksender BBC stellt nach 65 Jahren aus Kostengründen sein Radioprogramm auf Russisch ein. "BBC Russia" gebe es von diesem Freitag an nur noch im Internet, teilte der Sender am Mittwoch in London mit.
Die britische Regierung hatte im Januar die Zuschüsse für die öffentlich- rechtliche BBC (British Broadcasting Corporation) gekürzt. Auch die Programme auf Chinesisch und Ukrainisch fallen weg. An vielen Standorten in der Welt und im Königreich werden Stellen gestrichen. Ausserdem hatte die BBC angekündigt, sich stärker auf moderne Medien wie das Internet zu konzentrieren.
"BBC Russia" hat eine bewegte Geschichte - stets geprägt vom oft schwierigen Verhältnis zwischen Russland und Grossbritannien. Am 26. März 1946 ging das Programm auf Sendung. Während des Kalten Krieges von 1949 bis 1987 wurde der Sender immer wieder von den sowjetischen Behörden gestört. Trotzdem hatte die BBC nach eigenen Angaben Millionen Hörer. Es gab aber auch Kritik: Der Sender halte sich gegenüber dem Kreml zu sehr zurück, hiess es wiederholt.
Von 1992 an arbeitete "BBC Russia" enger mit russischen Medien zusammen, BBC- Programme liefen auch auf anderen Sendern. Als sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wieder abkühlten - nachdem der russische Ex-Geheimagent und Kremlkritiker Alexander Litwinenko in London ermordet worden war - wurde die Zusammenarbeit immer schwieriger, berichten Mitarbeiter. (sda)