Sauer über Artikel-Klau

Peter Sennhauser - Bilan übersetzte Cash-Geschichte 1:1 -- ohne Wissen des Autors.

Der freie Journalist Peter Sennhauser fühlt sich "beehrt, beklaut und nicht ganz ernst genommen". Im vergangenen Januar hatte er für die Wirtschaftszeitung Cash eine Doppelseite übers Silicon Valley geschrieben. Eine Recherche in der Schweizer Mediendatenbank brachte vor kurzem Erstaunliches ans Licht: Das Lausanner Wirtschaftsmagazin Bilan hat Sennhausers Geschichte auf französisch übersetzt und Mitte Februar eins zu eins abgedruckt -- ohne je mit dem Autor auch nur ein Wort gesprochen zu haben, wie Sennhauser in seinem Weblog schreibt. .

Sennhauser macht sauer, dass sich da ein Blatt so skrupellos an der Arbeit anderer bedient hat. Als Journalist sei er wohl gewohnt, kurzlebige Werke zu produzieren, die mit dem Honorar des Auftraggebers abgegolten seien und nach der Veröffentlichung schon fast als Gemeingut gelten. Trotzdem: "Die Tatsache, dass ich noch nie mit einem Redaktor des "Bilan" gesprochen habe, geschweige denn ein solcher von mir die Rechte für den Artikel erbeten hat, kratzt überall", führt er in seinem Weblog aus. Seine Toleranz endet, wie er schreibt, genau dort, wo Verleger sich skrupellos an der Arbeit anderer bedienen.