Der Weltverband der Zeitungen (WAN) und die weltweit führenden Nachrichtenagenturen haben ihrer 'Bestürzung and ihrem 'tiefen Bedauern' über die Entscheidung des Fussballweltverbands FIFA Ausdruck verliehen, die Gespräche über die strengen Einschränkungen der Berichterstattung, die von der Organisation für die im Sommer stattfindende Fussballweltmeisterschaft erlassen worden sind, trotz der weiter bestehenden Meinungsverschiedenheiten, abzubrechen.
WAN sowie die europäische Pressefotoagentur EPA und die Nachrichtenagenturen Associated Press, Reuters, Getty Images und dpa unter Federführung von Agence France-Presse liessen verlauten, sie würden jetzt ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen sowie die WM-Sponsoren über "den auf die Veröffentlichungsbeschränkungen der FIFA zurückzuführenden deutlichen Wahrnehmungsverlust ihrer Marken" informieren.
Ausserdem wollen sie die politische Führung in Deutschland und Europa darauf hinweisen, dass sie diesen Vorgang als Verstoss gegen die Vereinbarungen über den freien Zugang zu Informationen und den ungehinderten Informationsfluss betrachteten.
Die Beschränkungen "stellen sowohl einen Eingriff in die redaktionelle Freiheit und Unabhängigkeit als auch eine klare Verletzung des Rechts auf Informationsfreiheit dar", hiess es in einem Schreiben des Vorstandsvorsitzenden des WAN, Timothy Balding, und des Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden von AFP, Pierre Louette, an FIFA-Präsident Sepp Blatter.
FIFA hat die Veröffentlichung von WM-Fotos im Internet während eines laufenden Spiels verboten. Dies gilt auch für die Internetseiten der Tageszeitungen. Darüber hinaus ist die Anzahl der Fotos unabhängig vom Zeitpunkt der Veröffentlichung streng begrenzt. Ebenfalls eingeschränkt ist die Art und Weise, wie Fotos in Druckerzeugnissen redaktionell verwendet werden dürfen.
Die Einschränkungen stellen gemäss WAN eine Vorbedingung für die Zulassung der Nachrichtenmedien zur WM dar. Wer sie nicht akzeptiere, erhalte keine Akkreditierung und es drohe der Ausschluss und rechtliche Schritte. Darüber hinaus erlege die FIFA den Nachrichtenagenturen die Verantwortung für den Fall auf, dass deren Kunden gegen die Einschränkungen verstossen oder zu viele Fotos veröffentlichen.
Kritik an Blatter und Geschäftssinn der FIFA
In einem Schreiben üben WAN und Nachrichtenagenturen scharfe Kritik an FIFA-Präsident Sepp Blatter und der FIFA,
"Wir sind sowohl von der inhaltlichen Reaktion der FIFA auf unsere Einwände als auch von der -- man muss es wohl so offen sagen -- Selbstherrlichkeit, mit der Sie uns Ihre Vorschläge und Folgerungen haben zukommen lassen, zutiefst enttäuscht", hiess es in dem Schreiben an Blatter. "Sie haben deutlich gemacht, dass die FIFA von diesen Ideen nichts hält und es ihr schlichtweg nur ums Geschäft geht."