«Ich bin ein Schweizer Journalist mit dem Vornamen Roger – da gibt es eine gewisse Vielfalt». Mit diesem Satz beantwortet SRG-Generaldirektor Roger de Weck die obligate Einstiegsfrage der montäglichen Talkshow. Trotz der subtilen Anspielung auf den «Weltwoche»-Roger; zu einem gehässigen «Roger gegen Roger» wurde die gestrige «Schawinski»-Sendung nicht.
Schawinski glaubt nicht an Admeira
Trotzdem: Den Vorwurf, er sei gegenüber seinem Gast, dem SRG-Generaldirektor, handzahm gewesen, kann man Roger Schawinski nicht machen. Zu oft drückt während der halbstündigen Sendung der langjährige SRG-Kritiker durch. Vor allem beim Dauerthema Admeira – für de Weck die einzige Möglichkeit, Google und Facebook im Werbemarkt die Stirn zu bieten. Schawinski glaubt hingegen, wie er anhand eines Beispiels ausführte, nicht an den Erfolg des ganzen Konstrukts. Für ihn ist das Ganze zu konstruiert und zu aufwändig.
De Weck geht auf diese Einwände nicht weiter ein und lädt – wie bereits in der Vergangenheit – auch andere Verlagshäuser ein, sich an der Vermarktungsgesellschaft zu beteiligen. Sollten sich alle Grossen am Gebilde beteiligen, so der Einwand Schawinskis, gäbe es kartellrechtliche Probleme.
De Weck erklärt, dass er «keine Attacke» gegen Google und Facebook plane. Im Gegenteil, er habe «grössten Respekt für diese Unternehmen». Trotzdem spüre die SRG aber bereits die Konkurrenz durch diese Firmen, da diese auch in der Schweiz mit eigenen Firmen Werbung verkaufen würden. Hier wolle man sich nicht klein machen und sich auf den Standpunkt stellen: «Ich cha nüd, ich cha nüd dagege mache», sagt de Weck energisch. Er bekräftigt dies, indem er seine Stirn vor Schawinski zwei Mal auf den Tisch schlägt (vgl. Bildstrecke oben und Video unten ab ca. 25.10 Minuten).
Überraschender Schluss
Für den SRG-Generaldirektor ist klar: Die Schweiz müsse dafür sorgen, dass das Werbegeld im Land bleibe und in den hiesigen Journalismus reinvestiert werde. De Weck betont mehrfach, dass das Publikum hinter der SRG stehe. Die ganze Debatte um den künftigen Service public habe zu mehr Dialog und Kooperation geführt. «Wir sind das transparenteste öffentliche Medienhaus in ganz Europa», sagt de Weck.
Am Schluss der Sendung macht Roger Schawinski einen eigenen Sparvorschlag für die SRG. Er knipst das Studiolicht aus, kramt seine Taschenlampe hervor und leuchtet seinem obersten Chef mit einem dünnen Lichtstrahl ins verblüffte Gesicht. In diesem Moment drückt der Radiopirat wieder einmal durch. Ob es der Gast auch so lustig fand wie der Moderator, konnten wir aus de Wecks Gesicht nicht ablesen. Es war zu dunkel. (ma/eh)