Schawinski muss nachlegen

Radiokrieg - Bietet er die höchste Summe, bekommt er den Zuschlag.

Die Übernahme des konkursiten Radio 105 ist weiterhin offen. Das Jugend- und Studentenportal Toasted.ch hat beim Konkursamt Zürich-Oerlikon ein Angebot unterbreitet, das nach eigenen Angaben vom Montag jenes von Radio-1-Betreiber Roger Schawinski übertrifft.

Das Jugendportal verfolge seit längerem die Strategie, die den Eintritt in den Radiobereich vorsehe, heisst es in einer Mitteilung von Toasted.ch. Deshalb habe man mit Chefedaktor Andrej Voina auch einen ausgewiesenen Radio-Experten an Bord geholt.

Mit der frei werdenden UKW-Frequenz biete sich Toasted.ch eine "unverhoffte Chance", die Jugendlichen nicht nur über ein Online-Radio, über Kabel oder DAB+, sondern auch über UKW zu erreichen. Mit 11 festangestellten Mitarbeitenden sei genügend Manpower und Know-how vorhanden, um sich im Radiomarkt behaupten zu können. Wieviel für Radio 105 geboten wurde, gab Toasted.ch nicht bekannt.

Bis am Montag 17 Uhr konnten weitere Interessenten beim Konkursverwalter Angebote einreichen. Diese mussten gemäss Ausschreibung im Schweizerischen Handelsamtsblatt um mindestens 15'000 Franken höher ausfallen als das bisherige Höchstangebot von Radio-1-Betreiber Roger Schawinski, der für den Jugendsender 784'534 Franken geboten hatte.

Schawinski muss nochmals nachlegen
Offen ist, ob auch Joiz-TV, das sich bisher bedeckt hielt, und Radio Energy im Rennen bleiben. Gegenüber dem Nachrichtenportal Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagte Energy-Geschäftsführer Dani Büchi, man interessiere sich für den Jugendsender, "weil wir an die Marke Radio 105 glauben und gerne ein Radio für die ganz junge Zielgruppe betreiben möchten".

Wie viele Angebote bis zum Ablauf der Frist eingegangen sind, gab das Konkursamt Zürich-Oerlikon am Montag nicht bekannt. Eine schriftliche Anfrage der Nachrichtenagentur sda blieb unbeantwortet. Fest steht jedoch bereits
jetzt, dass Roger Schawinski am Dienstag ein neues Angebot einreichen muss, will er im Rennen bleiben. Er muss sein Angebot ohne Kenntnis der übrigen Offerten abgeben. Bietet er die höchste Summe, bekomme er definitiv den
Zuschlag, schreibt die SDA in einer Mitteilung vom Montagabend. (sda)