Schawinskis Radio 1 sieht alt aus

Martin Kall - Nach TV-Chefin auch Tamedia-CEO mit Seitenhieb.

Erst seit einem Jahr ist Roger Schawinski mit Radio 1 zurück im Schweizer Mediengeschäft. Diese Zeit hat dem Radiopionier offensichtlich gerreicht, um sich bei Chefs von grossen Medienunternehmen "beliebt" zu machen.

Erst kürzlich erwähnte Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre bei der Jahresmedienkonferenz des Schweizer Fernsehens, dass es Sat.1 wieder besser gehe, seit Roger Schawinski nicht mehr alles selber mache. Dies wohl als Retourkutsche für einen Kommentar des Radio 1-Chefs im "Tages-Anzeiger" zur angestrebten Fusion von SF und Radio DRS.

Nun wurde Schawinski auch von Tamedia-CEO Martin Kall "geadelt". Als er anlässlich der Jahresmedienkonferenz vom Dienstag seine Anmerkungen zur Entwicklung bei Radio 24 ausführte, kam er auf den neuen Radio-Mitbewerber im Raum Zürich zu sprechen.

Zunächst freute sich Kall darüber, dass Radio 24 nach verschiedenen personellen Wechseln sein neues Führungsteam mit Programmleiterin Karin Müller und der kommerziellen Leiterin Andrea Haemmerli gefunden hat. Der Sender habe Umsatz und Ergebnis 2008 steigern können. Kall nannte allerdings keine konkreten Zahlen. Auch den Erhalt der Sendekonzession für weitere zehn Jahre verbuchte der Tamedia-Chef als Erfolg.

Schliesslich kam er auf die Hörerzahlen zu sprechen und zeigte auf, das Radio 24 trotz dem neuem Konkurrenten Radio 1 nur unwesentlich Hörer verloren hat (250'000 gegenüber 256'000 im 2007). Was die Hörerzahl des neuen Senders für Erwachsene von Roger Schawinski angeht (75'000), meinte Kall: "Der sieht nach einem Jahr alt aus, aber das ist ja auch das Konzept des Senders."