Zum ersten Mal ist in der deutschsprachigen Schweiz das "Wort des Jahres" erkoren worden. Aus über 2700 Vorschlägen wählte eine sechsköpfige Jury den Begriff "Konkordanz". Als "Unwort des Jahres" wurde "Scheininvalide" bestimmt. Wie das Organisationsbüro der Ausmarchung im liechtensteinischen Vaduz am Dienstag mitteilte, ist ausserdem der "Satz des Jahres" ausgewählt worden. Zu Ehren kommt ein Ausspruch Franz Hohlers, wie ihn der Tages-Anzeiger Ende Oktober zitierte: "Wählt Blocher! Er hat diese Strafe verdient!", forderte der Künstler. Der Begriff Konkordanz sei ein typischer Wortvertreter aus dem Sprachgebrauch der schweizerischen Politik und stehe für Freiwilligkeit und Übereinstimmung statt Konfrontation. Durch die jüngsten Bundesratswahlen habe das Wort an Aktualität, Prägnanz und Brillianz gewonnen, schreiben die Organisatoren.
Unter die Kategorie der "Unwörter des Jahres" fallen besonders schlimme sprachliche Missgriffe. Gesucht waren Formulierungen, die "sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschwürde verletzen". "Scheininvalide" entspreche diesen Kriterien, heisst es in der Mittelung. Auf die weiteren Ränge dieser Hitparade der Wörter setzte die Jury die Begriffe "Rentenklau", "Vereinzelungsanlage", "Segelnation", "SARS", "Jahrhundertsommer" und "metrosexuell". Als "Dialektwort des Jahres" gilt "Super League", was die Jury als einen Aufruf gegen unnötige Anglizismen verstanden wissen will.