Schon 400 Vorschläge

"Unwort des Jahres 2010" - Vorschläge können bis 7. Januar 2011 eingereicht werden.

Die Suche nach dem "Unwort des Jahres" hat begonnen. Sprachliche Missgriffe der öffentlichen Kommunikation, die 2010 besonders negativ aufgefallen sind, können bis 7. Januar 2011 als Vorschlag an die unabhängige Jury in Frankfurt geschickt werden. Zum "Unwort" küren Sprachkritiker seit 1991 jedes Jahr einzelne Wörter oder Formulierungen, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen. Die Wahl für 2010 wird also die zwanzigste sein.

Die Begriffe können aus Politik, Verwaltung, Kulturinstitutionen, Medien, Wirtschaft, Wissenschaft oder Technik stammen und sollten möglichst mit Quellenangabe eingereicht werden. Rund 400 "Unwörter"-Vorschläge für das Jahr 2010 wurden bereits gemacht, berichtete die unabhängige Jury am Montag. Welche darunter sind, teilte sie jedoch noch nicht mit. Wie oft ein bestimmter Vorschlag genannt wird, ist für die Entscheidung der Jury unerheblich.

2009 hiess das Unwort des Jahres "betriebsratsverseucht", 2008 "notleidende Banken". Andere Unwörter waren beispielsweise "freiwillige Ausreise" (2006), "Humankapital" (2004), "Tätervolk" (2003), "Ich-AG" (2002), "Gotteskrieger" (2001) und 2000 das "Jahrhundert-Unwort": "Menschenmaterial".

Schweiz hat eigene Unworte

In der Schweiz werden eigene Unworte gekürt. Letztes Jahr "siegte" "Ventilklausel" - die Regulierung der Ein- und Rückwanderung von Personen aus dem EU-Raum in die Schweiz - 2008 wurde "Europhorie" - die angebliche Vorfreude auf die Fussball-Europameisterschaft - "Schweizer Unwort des Jahres". Die Wahl wird von einer Fachjury unter der Leitung von Hannes Hug getroffen. (sda)