Zum Medienthema wurde Matthias Aebischers Ausladung aus dem Club ("persoenlich.com" berichtete) aufgrund von zwei Tweets. Blick-Journalist Thomas Benkö (36) wusste durch einen Retweet, dass der Ex-SF-Moderator Gast im Club sein wird.
Auf Anfrage von "persoenlich.com" sagt Benkö: "Ich dachte zwar: 'Hoppla, noch mutig vom Club einen Ex-Moderator einzuladen, der für den Nationalrat kandidiert.'" Doch weitere Gedanken machte er sich nicht. Erst als er dann am Dienstagabend zufällig in den Club hineinzappte, wunderte er sich, dass Aebischer nicht mit diskutierte und an seiner Stelle Allan Guggenbühl in der Runde sass. Sofort schaute der Blattmacher beim "Blick am Abend" auf Twitter nach und sah, dass @M_Aebischer geschrieben hatte: "Wurde soeben aus dem Club ausgeladen. Wow, das ist noch nie passiert!"
Aebischer von Twitter-Wirkung überrrascht
Aebischer bezeichnet sich selber als Neuling auf Twitter. Erst seit rund einer Woche ist er auf dem Microblogging-Dienst präsent. Im Bereich Social Media habe er - abgesehen von einigen Blogeinträgen für SF - bisher noch nicht sehr viel Erfahrung. Doch nun, für den Wahlkampf, wolle er auch Facebook und Twitter einsetzen. Über die Wirkung seiner Tweets zeigt sich Aebischer verblüfft. "Es ist schon überraschend, dass Tweets aus einem doch recht locker geführten Dialog auf Twitter plötzlich 1:1 als Interview-Aussage in der Zeitung stehen."
Benkö war kein Aebischer-Follower
Benkö sagt dazu: "Interessanterweise war ich beim "Initial-Tweet" noch kein Aebischer-Follower. Ich wurde ja durch einen Retweet darauf aufmerksam. Jetzt folge ich auch Aebischer - wie rund 1500 anderen Leuten." Er folge einigen Promis wie Viktor Giacobbo, Charlie Sheen und Shawne Fielding, aber auch Hunderten normalen Leuten. Medium-bedingt seien dies viele Nerds. @ThBenkoe sagt: "Ein Journalist muss überall Augen und Ohren offenhalten. Das war früher in der Beiz und auf dem Marktplatz so - und heute halt auch in der digitalen Welt." Twitter sei zwar viel kleiner als Facebook, die Qualität der Meldungen aber ist besser.
Weltwoche weiss nichts von Ausladung
Wohl durch seine Gehversuche auf Twitter wusste auch die "Weltwoche" von Aebischers Einladung in den "Club". Zu spät oder gar nicht hatte sie jedoch von der kurzfristigen Ausladung erfahren. Sie wirft in ihrer jüngsten Ausgabe dem Schweizer Fernsehen vor, Aebischer einen "unbezahlbaren Auftritt" zu ermöglichen. Nun wurde nichts aus Aebischers Club-Auftritt, wodurch ihm laut Kalkulation der "Weltwoche" ein Gratis-TV-Spot im Wert von 259014 Franken durch die Lappen ging. Am Ende profitiert Aebischer zwar nicht von einem Gratis-TV-Spot, jedoch wird der SP-Politiker mit zahlreichen neuen Followers auf Twitter belohnt. (eh)