Im grossen "Spiegel"-Interview kritisiert der Schweizer Schriftsteller Martin Suter den Ringier-Verlag. Als der Starautor über seinen verstorbenen Sohn spricht, sagt Suter: "Die meisten Medien haben bis jetzt Fingerspitzengefühl und menschlichen Anstand bewiesen. Außer natürlich die notorischen journalistischen Grabplünderer des Verlagshauses Ringier, die nicht einmal davor zurückschreckten, ein Erinnerungsfoto meines Kindes auf dem Friedhof abzugreifen."
Auf Anfrage von "persoenlich.com" weist man bei Ringier die Kritik von Martin Suter zurück. Die Medienstelle hält fest, dass das Bild, welches der "Blick" im Grossformat zeigte, von einem Schnappschuss stamme. Von "Grabplünderung" könne keine Rede sein.
Suter verlor vor drei Monaten seinen dreijährigen Sohn. Er erstickte beim Mittagessen an einem Stück Würstchen. Alle Rettungsversuche scheiterten, die Ärzte konnten nur noch den Tod feststellen. Martin Suter lebt in Guatemala und auf Ibiza. Vor drei Jahren hatten er und seine Gattin in Guatemala zwei nahezu gleichaltrige Kinder, Ana und Antonio, adoptiert. Die Familie verbrachte den August wie fast jedes Jahr in der Schweiz, erst in Locarno, wo "Giulias Verschwinden" mit Suters Drehbuch und der Regie von Christoph Schaub den Publikumspreis gewann. Danach machte die Familie drei Wochen Ferien in Zürich, wo das tragische Unglück geschah.