Knapp vier Wochen vor der Präsidentenwahl in Afghanistan ist ein westlicher Journalist in der Hauptstadt Kabul erschossen worden. Bei dem Opfer handelt es sich um den Reporter Nils Horner, der für Schwedens öffentlich-rechtliches Radio als Korrespondent in Afghanistan im Einsatz war.
Das sagte der schwedische Botschafter in Kabul, Peter Semneby, der Nachrichtenagentur AFP. Der Radiojournalist habe auch einen britischen Pass gehabt.
Horner wurde am helllichten Tag im Zentrum Kabuls in der Nähe eines Restaurants erschossen. Ein Zeuge sagte, er habe einen Schuss gehört und dann gesehen, wie Horner zu Boden gesunken sei. Zwei junge Männer seien geflüchtet und von Sicherheitskräften verfolgt worden.
Präsidentenwahl wird mit Anschlägen gestört
Zwei Verdächtige seien festgenommen worden, sagte der Chefermittler der Kabuler Polizei, Gul Agha Haschemi. Nach Aussage eines Arztes war der Journalist bereits tot, als er ins Spital gebracht wurde.
Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Taliban bestritten eine Verwicklung in das Attentat. "Wir übernehmen für diesen Vorfall keine Verantwortung", sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid.
Die islamistischen Aufständischen verüben regelmässig Selbstmordattentate in Kabul und hatten angekündigt, die bevorstehende Präsidentenwahl mit Anschlägen zu stören. Bei einem Taliban-Anschlag auf ein Restaurant Mitte Januar wurden 21 Menschen getötet, unter ihnen 13 Ausländer. (sda)