Schweigen sich über Klimaerwärmung aus

US-Medien - Wall Street Journal ignoriert sie gänzlich.

US-Medien ignorieren die globale Klimaerwärmung in ihrer Berichterstattung. Zu diesem Ergebnis kommt das Medienforschungsinstitut Media Matters. Die Hitzewelle, die Amerika im Juli in Atem hielt, wurde von den Medienhäusern kaum mit den klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte in Zusammenhang gebracht. Nur in 14 Prozent aller Beiträge wurde eine Verbindung hergestellt. Vor allem TV-Sender halten nichts von der weltweiten Erhitzung - nur in 8,7 Prozent aller Berichte über die Hitzewelle wurde einen Bezug zur Klimaerwärmung hergestellt.

Die Fernsehsender CNN und ABC heben sich im Vergleich mit dem Durchschnitt ab. "Wir haben die sechs grössten TV-Sender untersucht. ABC erwähnte die Klimaerwärmung im Zusammenhang mit der Hitzewelle in nur zwei Prozent der Beiträge und CNN kommt auf vier Prozent", erklären die Forscher. Nur der als liberal eingestufte Sender MSNBC überzeugte mit seiner Programmgestaltung und kommt in der Studie auf einen Wert von 88 Prozent. Wenig überraschend fällt das Resultat für Fox News aus. Der rechtslastige TV-Sender Rupert Murdochs berichtete im Beobachtungszeitraum über die Hitzewelle sechsmal. "Nur einmal wurde die Verbindung zur Klimaerwärmung hergestellt, um sie schnell wieder als Unsinn abzustempeln", so die Forscher.

In der Studie wird auch die Qualität der Berichterstattung untersucht. Dabei stellt sich die New York Times als bestes Medium heraus, während die Nachrichtenagentur Associated Press und die Los Angeles Times am Ende der Bewertungsskala landen. Katastrophal schneidet das Wall Street Journal ab - kein einziges Mal wurde die Klimaerwärmung erwähnt. (pte)