Der Schweizer Filmpreis 2003 für den besten Spielfilm des letzten Jahres geht an das No-Budget-Video "On dirait le sud" des Genfers Vincent Pluss. Der Preis ist mit 50'000 Franken dotiert. Mit "On dirait le sud" ist der mit Abstand aussergewöhnlichste Film der Auswahl prämiert worden. Er ist als Videofilm mit einigen zehntausend Franken und in wenigen Drehtagen entstanden. Er erzählt ein Familiendrama, das vom intensiven Spiel der Darsteller und von einer bewegten Kamera lebt. Pluss gehört zum jungen Westschweizer Kollektiv "Doegmeli", welches die Förderungspolitik des Bundes kritisiert und sich zum Ziel setzt, mit sehr wenig Geld Filme zu machen. Subventionen hat der Film ausschliesslich von Genf erhalten.
Die Auszeichnung als bester Dokumentarfilm, ebenfalls mit 50'000 Franken dotiert, ging bei der Preisverleihung am Mittwochabend an den Solothurner Filmtagen an "Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" des Innerschweizers Erich Langjahr. Der Film hatte bereits im Herbst am Filmfestival Leipzig den Hauptpreis erhalten. Langjahr zeigt in ruhigen, langatmigen Bildern die überlieferten Werte bäuerlicher Kultur der Schweiz, die er am Beispiel der Lebensweise von Wanderhirten veranschaulicht.
Der Kurzfilmpreis ging an den in Englisch gedrehten Kurzspielfilm "Swapped" des 26-jährigen Westschweizers Pierre Monnard. Der Filmstudent erzählt in seinem zehnminütigen Beitrag von zwei Geschwistern, die ihren zeitungslesenden Vater gegen zwei Goldfische eintauschen. Er hatte für den gleichen Film in Solothurn bereits vor einem Jahr den Preis als bester Nachwuchsfilm im Wert von 20'000 Franken erhalten. Der Schweizer Kurzfilmpreis ist ebenfalls mit 20'000 Franken dotiert.