Schweizer IT-Fachpresse in der Krise

NZZ - Online-Versionen werden bevorzugt.

Interessenten zeigen sich zurückhaltend und die Leser bevorzugen nebst ausländischen Konkurrenzprodukten die jeweilige Online-Version der Publikationen oder eine Tageszeitung. Die Schweizer Fachpresse zum Thema Computer steckt in einer Krise. "Im Vergleich zu den Jahren 1999 und 2000 liegt der Anzeigenumsatz mit IT- und Telekom-Firmen heute um 50 Prozent tiefer", wie Peter Hugelshofer, Anzeigeleiter der "Netzwoche" in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) klagt.

Die Konkurrenzprodukte seien das eine Problem. Das grösste Problem aber bestehe darin, "dass sich viele IT-Entscheidungsträger und Informatikspezialisten längst zur Hauptsache im Web über IT-Themen informieren, so die NZZ. "Bei Fachzeitschriften schwenken die Leser allmählich hin zu den Online-Versionen", wie bereits 2002 eine Studie der deutschen Mercer Manager Consulting ergeben hat.

"Info-Week"-Chefredaktor Daniel Meierhans ist der Meinung, dass das Printmedium komplementäre Angebote bereitstellen muss: Tagesaktuelle News werden heute zunehmend online bezogen, News-orientierte IT-Wochentitel können oft nur noch Bekanntes wiederholen.

Laut dem Verlagschef von "Computerworld", Gebhard Oswald ist klar, dass die "Zukunft der Technologie-Kommunikation" längerfristig im Online-Bereich liegt, wie er gegenüber der NZZ erklärt. Damit aber auch die Einnahmen aus der Webwerbung steigen, müsse der Webauftritt einiger hiesiger IT-Fachzeitschriften noch modernisiert werden. Viele Darstellungsformen wie zum Beispiel Quick Poll, Netzdossier, Diskussionsforum, RSS-Feed, Weblogs und der Community-Gedanke seien vielerorts noch ein Fremdwort, so Osterwalder weiter.

Branchenkenner prognostizieren laut NZZ eine "Marktbereinigung", denn schon jetzt existieren nur noch zwei Wochenzeitungen: "Computerworld" und "Netzwoche", wie Heinrich Meyer, Verlagsleiter der "Netzwoche" in der NZZ erklärt. Zahlreiche kleine, unregelmässig erscheinende Titele sind schon verschwunden.

Nebst all den Fachzeitschriften, die in einer Krise stecken, gibt es gemäss NZZ auch solche mit Auflagensteigerung. So beispielsweise der "PC-Tipp", der mit einer Auflage von 61661 Exemplaren den Umsatz von 1999 auf 5.3 Millionen verdoppeln konnte.