Ein freiberuflicher Schweizer Journalist ist in der Region Mykolaiv in der Südukraine verwundet und in ein Spital in Kirowograd eingeliefert worden. Das berichtet die Onlinezeitung Ukrainska Pravda. Guillaume Briquet sei in einem Auto in Richtung Nikolaev unterwegs gewesen. Laut den Berichten sei er von russischen Schüssen getroffen worden. Das Auto sei mit dem Schriftzug «Presse» versehen gewesen, zitiert die Zeitung den Journalisten.
Der Journalist erlitt Verletzungen im Gesicht und am Unterarm. Ein Reisepass, 3000 Euro in bar, persönliche Gegenstände, ein Helm, Fotomaterial und ein Laptop seien ihm nach einer Kontrolle von russischen Soldaten ebenfalls abgenommen worden.
Impressum verurteilt Angriff «aufs Schärfste»
Der Journalistinnen- und Journalistenverband Impressum verurteilte den Angriff auf eines seiner Mitglieder «aufs Schärfste», wie es am Montag in einer Mitteilung hiess. Der Journalist sei durch Schüsse leicht verletzt worden, die laut seinen eigenen Angaben in sozialen Netzwerken von «einem russischen Kommando» abgegeben wurden, obwohl er mit dem Logo «Presse» gekennzeichnet gewesen sei. Er sei im Spital von Kropywnyzkyj behandelt worden und soll sich nun in Sicherheit befinden.
Impressum erinnerte daran, dass jeden Tag Kolleginnen und Kollegen ihr Leben riskierten, um vor Ort über den Krieg in der Ukraine zu berichten. Mehr denn je seien die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten sowie die Informations- und Medienfreiheit in Kriegszeiten unantastbare Prinzipien. Es sei nicht hinnehmbar, dass Journalistinnen und Journalisten von Militärpersonen absichtlich beschossen werden.
Mykolaiv ist eine Hafenstadt am Schwarzen Meer. Sie liegt zwischen der im Ukraine-Krieg heftig umkämpften Stadt Cherson im Südosten und Odessa im Südwesten. (sda/tim)