29.05.2023

Nach Enthüllungen

Schweizer Medien im Visier von Ex-CIA-Agent

Kevin Chalker bezeichnet eine Recherche, in der er der Spionage gegen Fussballakteure bezichtigt wird, als falsch. Der US-Amerikaner ist bei mehreren Justizbehörden in Zürich vorstellig geworden.
Nach Enthüllungen: Schweizer Medien im Visier von Ex-CIA-Agent
Kevin Chalker, früher für den amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA aktiv, ist heute privater Sicherheitsunternehmer. (Bild: Screenshot YouTube/Durst Digital)

Der ehemalige Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdiensts CIA Kevin Chalker hat in Zürich mehrere Rechtsschriften gegen Schweizer Medien eingereicht. In den Dokumenten kritisierte Chalker die Berichte der SRG, des Ringier-Verlags und der NZZ-Gruppe.

Chalker will laut den Tamedia-Zeitungen, dass Texte online gelöscht werden. Die Medienhäuser hatten darüber berichtet, dass er eine Spionageoperation für Katar gegen Fussballfunktionäre durchgeführt haben soll. «An der Berichterstattung ist gemäss dem ehemaligen CIA-Agenten so ziemlich alles falsch», heisst es im Artikel.

Zudem reichte Chalker laut Tamedia Strafanzeige gegen einen Schweizer Journalisten ein, der die Artikel recherchiert hatte – dies «wegen mutmasslicher Ehrverletzungsdelikte und angeblich falscher Anschuldigung». Zudem habe er ein Schlichtungsgesuch bei einem Zürcher Friedensrichter eingereicht.

Die NZZ-Gruppe sehe dem Verfahren gelassen entgegen. «Die Klage ist in allen Punkten unbegründet und wir werden dies im Verfahren entsprechend darlegen», so eine NZZ-Sprecherin zu Tamedia. Der Artikel in der NZZ am Sonntag sei «sorgfältig recherchiert und vorgängig juristisch überprüft» worden.

SRG und Ringier äusserten sich nicht, da keine direkte Klage gegen sie vorliegt. (sda/cbe)


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