Die Medienbranche bedauert zwar die zunehmende Medienkonzentration in der Schweiz, doch nur wenige Exponenten sehen darin ein ernsthaftes Problem, dem mit regulatorischen Massnahmen begegnet werden sollte. Dies ist das Ergebnis einer Expertenbefragung der Publicom. Unter dem Begriff DELPHInarium publiziert die auf Medienforschung und -beratung spezialisierte Publicom regelmässig Ergebnisse einer Expertenbefragung. Am Panel sind über vierzig Fachleute der führenden Medienunternehmen sowie Vertreter aus Werbung, Medienjournalismus, Kommunikationswissenschaft und Corporate Communications beteiligt.
In der aktuellsten, soeben veröffentlichten Befragungsrunde befassen sich die Medienexpertinnen und -experten mit der zunehmenden Medienkonzentration. Denn in der Schweiz gibt es immer mehr Regionen mit marktdominierenden Medienanbietern, d.h. ein einziges Medienunternehmen beherrscht die regionale Tageszeitung, das Lokalradio und das regionale Fernsehen. Zwar können nur wenige der befragten Experten dieser Entwicklung Positives abgewinnen, doch sehen die meisten darin auch nichts Negatives, solange die dominierende Marktstellung nicht missbraucht werde. Einer vermehrten politischen Regulierung steht die Mehrheit der Experten skeptisch gegenüber. Am ehesten noch kann man sich mit Massnahmen der Selbstregulierung anfreunden.