Schweizer Medienunternehmen mit grossem Rückstand

Frauenquote - Tamedia müsste "hart arbeiten", falls die Quote eingeführt wird.

Was wäre, wenn die 30-Prozent-Frauenquote eingeführt würde? Wie würde dies die Schweizer Medienunternehmen betreffen? Obwohl die meisten Verlage diese Vorgabe nicht zwingend umsetzen müssten, da sich nicht börsenkottiert sind (ausser Tamedia, APG, Publigroupe und Goldbach), hat sich Edito+Klartext mit dieser Frage befasst und eine Aufstellung der Frauenverteilung in VR und Geschäftsleitung veröffentlicht. Dabei zeigt sich folgendes Bild:

AZ Medien:
Verwaltungsrat: 5 Männer (Frauenanteil: 0 Prozent)
Unternehmensleitung: 6 Männer (Frauenanteil: 0 Prozent)

NZZ Mediengruppe:
Verwaltungsrat: 6 Männer, 3 Frauen (Frauenanteil: 33,33 Prozent)
Unternehmensleitung: 9 Männer, 1 Frau (Frauenanteil: 10 Prozent)

Ringier:
Verwaltungsrat: 5 Männer, 1 Frau (Frauenanteil: 16,666 Prozent)
Group Executive Board Ringier AG: 3 Männer, 1 Frau (Frauenanteil: 25 Prozent)

Somedia:
Verwaltungsrat: 6 Männer, 1 Frau (Frauenanteil: 14,285 Prozent)
Unternehmensleitung: 6 Männer, 1 Frau (Frauenanteil: 14,285 Prozent)

SRG:
Verwaltungsrat: 7 Männer, 2 Frauen (Frauenanteil: 22,22 Prozent)
Geschäftsleitung: 6 Männer, 1 Frau (Frauenanteil: 14,285 Prozent)

Tamedia:
Verwaltungsrat: 5 Männer, 2 Frauen (also mit 28,57 Prozent)
Geschäftsleitung: 7 Männer, 0 Frauen (Frauenanteil: 0 Prozent)

Um einen freiwilligen Anteil von nur schon 30 Prozent zu erreichen, müssten also alle diese Unternehmen stark umdenken, denn bis auf den NZZ-Verwaltungsrat liegen alle untersuchten Gremien darunter.

Und falls sich der Bundesrat mit der verbindlichen Geschlechterquote durchsetzt, muss die börsenkottierte Tamedia "im Frauenbereich noch hart arbeiten", wie Autorin Bettina Büsser schreibt. Zwar sind im Verwaltungsrat von den 7 Mitgliedern 2 Frauen (also mit 28,57 Prozent fast 30 Prozent), doch bei der siebenköpfigen Unternehmensleitung schreibt Tamedia einen glatten Nuller – keine einzige Frau ist dabei". (Edito+Klartext/eh)