Schweizer Musikverbände fordern anderes Programm

SRF 3 - Balthasar Glättli plädiert für mehr stilistische Breite und Vielfalt.

Gemäss Nationalrat Balthasar Glättli, dem neuen Präsidenten von Swiss Music Export, unterscheidet sich das Tagesprogramm von SRF3 nur unwesentlich von jenem der Privatradios. "Wie die Privaten leiden auch die SRF-Radios unter Quotendenken und Quotendiktat", sagt Bruno Marty, der Geschäftsleiter der Interpretengesellschaft und langjähriges Vorstandsmitglied der Schweizer Musikschaffenden. "SRF misst sich mit den Privaten", sagt er weiter. Darunter leide die Musik, die zum durchhörbaren Einheitssound ohne Ecken und Kanten werde.

"Ich erwarte von einem öffentlich-rechtlichen Radio, dass es sich von den Privatradios abhebt und Profil zeigt - auch im Tagesprogramm", sagt er, "es geht um stilistische Breite und Vielfalt. Nicht nur um fehlende Stromgitarren." Glättli sieht SRF und die mit 20 Vollstellen dotierte Fachredaktion Musik in der Verantwortung, auf SRF3 einen Programm-Mix zu präsentieren, der nicht nur Pop-Mainstream bietet, sondern "im Sinn des Service Public anders ist, manchmal aufhorchen lässt und überrascht". (Schweiz am Sonntag)