Der Verband Schweizer Privatradios (VSP) findet es inakzeptabel, dass SRG SSR idée suisse die HD-Technologie ablehnt und einzig DAB und DAB+ als digitale Verbreitungstechnologien propagiert. Dies teilte der VSP am Donnerstag mit. Nach Ansicht des VSP betreibt SRG SSR eine Medienpolitik, die nur ihren eigenen Interessen dient und von jener des Bundes abweicht. Denn um allen Radios - den öffentlich-rechtlichen und den grösseren und kleineren Privatradios - den Zugang zu digitalen Verbreitungstechnologien zu ermöglichen, habe sich die Schweiz für ein duales System entschieden. Dieses sieht einerseits DAB+ für die Versorgung sprachregionaler Gebiete und andererseits digitales UKW für kleinere Gebiete vor.
Um kleinere Radiostationen nicht von digitalen Verbreitungstechnologien auszuschliessen, hat das UVEK bereits in den neu zugeteilten Radiokonzessionen die Möglichkeit vorgesehen, das Hauptprogramm eines Radios über UKW analog und digital auszustrahlen.
Dies kann dank HD-Radio-Technologie auf der gleichen Frequenz erfolgen, was Marketingkosten spare. Ausserdem werde die Verbreitung von zwei zusätzlichen, digitalen Programmen ermöglicht. So wird laut VSP digitale Verbreitung auch für kleinere Radios erschwinglich. Radio Argovia (AG), Radio Basel (BS), Capital FM (BE), Radio 24 (ZH) und Radio Sunshine (ZG) hatten am Dienstag angekündigt, voraussichtlich am 1. September mit HD-Radio zu starten. Die entsprechenden Gesuche sind beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) eingereicht worden.
Darüber zeigte sich SRG SSR befremdet. Die zusätzliche Technologie stifte bei den Konsumenten Verwirrung, was letztlich das Medium Radio als Ganzes schwäche. Zudem seinen in Europa keine Geräte erhältlich. Die nötigen Empfangsgeräte stellen laut VSP keinerlei Probleme dar, da in der Geräteindustrie längst ein Konsens darüber bestehe, dass moderne Empfänger multistandard-kompatibel sein müssen. (sda)