Zurzeit finden sich auf dem Jobportal von Schweizer Radio und Fernsehen SRF gleich drei Anzeigen für die Neubesetzung von Radio-Korrespondentenstellen. So will SRF im kommenden Jahr die Aussenposten für die Berichterstattung aus Osteuropa, Afrika und Frankreich/Maghreb neu besetzen.
Dass gleichzeitig drei solche Stellen neu ausgeschrieben werden, sei ein Zufall, heisst es bei Radio SRF. Die Koinzidenz rühre einzig daher, dass die Mandate für Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten, die in der Regel vier bis sechs Jahre dauern, in den drei Fällen mehr oder weniger gleichzeitig auslaufen.
«Sehr gute Erfahrungen mit Jobsharing»
Eine Eigenheit der drei Posten ist die Doppelbesetzung in zwei Fällen. Sowohl in Warschau als auch in Nairobi teilt sich ein Paar die Stelle; so berichten aus Osteuropa Sarah Nowotny und Roman Fillinger und aus Afrika Anna Lemmenmeier und Samuel Burri. «Wir machen sehr gute Erfahrungen mit dem Jobsharing auf Korrespondentenposten und wollen das auch in Zukunft ermöglichen», sagt Susanne Brunner, Leiterin Auslandredaktion Radio SRF.
In den Stellenausschreibungen steht allerdings nichts von der Möglichkeit eines Jobsharings. «Dass nichts explizit darauf hinweisen wird, liegt daran, dass SRF sonst auch für alle anderen Stellen diese Option aktiv anbieten müsste. Dass sich ein Paar eine Stelle teilt, eignet sich aber nicht überall gleich gut», erklärt Susanne Brunner im Gespräch mit persoenlich.com.
Nicht ganz der Realität entspricht zudem die Dotierung der drei Stellen mit offiziell «80–100%». Wer ein Gebiet wie Osteuropa, Afrika oder Frankreich und Maghreb als Korrespondentin oder Korrespondent abdecken soll, kann sich schlecht an Prozentwerte halten. Hier schafft das Jobsharing bis zu einem gewissen Grad Abhilfe: Die Doppelbesetzung einer Korrespondentenstelle führt in der Regel dazu, dass die Summe der geleisteten Arbeit grösser ist, als wenn sie eine einzige Person erledigen würde. Ausserdem erhält das Publikum ein vielfältigeres Angebot, wenn sich zwei Personen um ein grosses Gebiet kümmern. Das zeigt sich aktuell etwas im Fall von Afrika, wo Samuel Burri regelmässig aus Westafrika berichtet, während Anna Lemmenmeier vor allem Ostafrika im Fokus hat.