Noch unter Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre hatte das Schweizer Fernsehen entschieden, dass wieder Schweizer "Tatort"-Folgen gedreht werden sollen. Nun hat Nathalie Wappler, Kulturchefin des Schweizer Fernsehens (SRF), entschieden, dass die erste schon abgedrehte Folge nicht gesendet werden darf: "Mit diesem Tatort sehen wir schlecht aus", sagte sie der "SonntagsZeitung". Einzelne Passagen der Tatort-Serie seien so misslungen, dass sie überarbeitet werden müssen und sich damit der Sendetermin verschieben werde.
Die Schweizer Eigenproduktion wirke konstruiert, es fehle an Spannung, Witz und Lokalkolorit - Luzern, der Ort des Geschehens, sei zu wenig spürbar. Ausserdem wolle man die "plumpen Schweizer Klischees" entschärfen. So gefällt zum Beispiel nicht, dass Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) bei einem Handgemenge in eine Sammlung von Kuhglocken stürzt und ohnmächtig wird.
Der Krimi sollte am 17. April im deutschsprachigen Raum für Nervenkitzel sorgen. Nun wird an seiner Stelle eine deutsche Episode auf SF1, ARD und ORF ausgestrahlt. ("SonntagsZeitung")