Eine am vergangenen Mittwoch auf "persoenlich.com" publizierte sda-Meldung hat im Jean-Frey-Verlagshaus kurzzeitig für Verstimmung gesorgt. In der Meldung wird Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger mit der Aussage zitiert, dass es "ein Zufall sein könne", ob die positive Auflagenentwicklung der Weltwoche mit deren Chefredaktor Simon Heusser zusammenhänge.
Auf der Weltwoche-Redaktion staunte man vorerst nicht schlecht über die offensichtliche Geringschätzung der Chefredaktoren-Leistung von Seiten der Verlagsleitung. Denn die Tatsache, dass die Auflagenzahlen stetig nach oben zeigen, seit Simon Heusser beim Prestigetitel der Jean Frey das Ruder hat, hätte eigentlich ein wohlwollenderes Statement des CEOs verdient. Zumal die Leistung Heussers umso höher zu werten ist, als dass er von seinem Vorgänger Roger Köppel einen markanten Abwärtstrend der Auflage geerbt hatte. Wie konnte es also sein, dass Filippo Leutenegger Heusser die Rückendeckung verwehrt?
Fast alles deutet darauf hin, dass die sda-Journalistin, die am Mediengespräch teilnahm, nicht genau hingehört hat. Gegenüber "persoenlich.com" dementierte Filippo Leutenegger den besagten Satz in der sda-Meldung denn auch mit Nachdruck. Was die sda geschrieben habe, sei nichts als "blanker Unsinn". Wenn eine Auflage steige, sei sonnenklar, dass dies immer einen Hintergrund haben müsse. Von Zufall hingegen könne keine Rede sein. Zugleich betonte er mit Nachdruck, wie sehr er die Arbeit Heussers hochschätze.
Leuteneggers Demento hat wohl seine Richtigkeit. Denn dass der angebliche Fauxpas keinem einzigen der übrigen geladenen Medienvertretern aufgefallen wäre, erscheint äusserst unwahrscheinlich. Manch ein Journalist der Konkurrenz hätte die Geschichte wohl mit Handkuss ausgeschlachtet. Doch in keiner Tageszeitung war am nächsten Morgen davon die Rede, dass die Auflagenentwicklung gemäss Leutenegger zufällig gewesen sein soll. Und auch der am Mediengespräch anwesende Jean-Frey-Finanzchef Marcel Hürlimann will partout nichts dergleichen vernommen haben.