Die zweite Auflage des Internationalen Festivals des fantastischen Films in Neuchâtel (NIFF) findet vom 4. bis 7. Juli statt. Sechzehn Filme konkurrieren um die goldene Narzisse. Die Auswahl umfasst in zwei Kategorien je acht Lang- und Kurzspielfilme, erklärte die für das Programm verantwortliche Anaïs Emery an der Pressekonferenz am Freitag auf der Arteplage der Expo.02. Die selektionierten Werke widerspiegeln laut Emery die gegenwärtige Produktion, die in Europa und Asien besonders üppig ist.
Zur Welturaufführung gelangt "Lost Memories" des südkoreanischen Regisseurs Si-myung Lee. Der Science-Fiction-Film, der das Problem der ethnischen Identität behandelt, tritt im Wettbewerb beispielsweise gegen "The Yin-Yang Master" des japanischen Regisseurs Yopjiro Takita - eine Europa-Premiere - an. Die sechs übrigen Werke der Sektion sind Schweizer Erstaufführungen: "Fausto 5.0" von Isidro Ortiz, "Dog Soldiers" von Neil Marshall, "Ichi the Killer" von Takashi Miike, "Planet der Kannibalen" von Hans-Christoph Blumenberg, "Suicide Club" von Sion Sono und "Stranded" (Naufragos) der Regisseurin Luna.
Der fantastische Film sei heute nicht mehr einfach nur dazu da, Horror zu erzeugen, erklärte Festivaldirektor Olivier Müller. Ohne seine populären Wurzeln und seine Vorliebe für starke Gefühle zu verraten, erneuere sich das Genre und ziehe immer häufiger gesellschaftliche Themen mit ein, beispielsweise Randständigkeit, Fernsehen und Selbstmord. Der junge Schweizer Film beherrscht die Sektion der Kurzfilme, in der je vier West- und Deutschschweizer Regisseure ihre Werke zeigen. Der Sieger dieser Kategorie wird nominiert werden für die in Luxembourg 2003 verliehene Auszeichnung "Méliès d'Or".