Seine negativen Erfahrungen bei Sat.1

Roger Schawinski - "Ich kam in eine Defensivrolle".

In einem Interview mit dem Magazin des Tages-Anzeigers spricht Roger Schawinski über seine Erfahrungen beim deutschen Privatsender Sat.1. "Es war seit einem Vierteljahrhundert das erste Mal, dass ich Teil einer grossen Organisation war", so der 61-jährige. Er habe für sich testen wollen, ob dies überhaupt gehe, als Teamplayer, nicht auf der obersten Etage. Lange Zeit habe dies recht gut funktioniert. "Man hat mich machen lassen", sagt Schawinski. Es gebe jedoch zwei Situationen, in denen die Einflussnahme von oben grösser werde.

"Wenn es überhaupt nicht funktioniert, dann reden alle mit. Und wenn es sensationell läuft, dann wollen alle Teil des Erfolgs sein und bringen sich deshalb ein. Das ist mir im letzten halben Jahr passiert", gesteht der zurückgetretene Sat.1-Chef. Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, es sei ihm dreingeredet worden, antwortet Schawinski: "Sat.1 ist wie eine fette Gans, an der sich viele Abteilungsleiter mästen wollten". Hier ein weiteres Zusatzgeschäft, dort ein neues Gewinnspiel -- es habe so viele Möglichkeiten gegeben, weil Sat.1 unglaublich gut laufe.

"Ich kam in eine Defensivrolle, bei der ich laufend irgendwelche Begehrlichkeiten und Eingriffe ins Programm abwehren musste". Das habe ihn etwas ermüdet, sagt Schawinski im Interview. Er habe diese Art von Diskussion als unkreativ empfunden. "Ich stehe gerne für Fehler ein, aber vorzugsweise für solche, die ich selber zu verantworten habe", spricht der Fensehmann klartext.