Die Nummer 1 von Zürich, Radio 24, kommt ab heute in einem neuen Tonkleid daher. Die neue Audio-Verpackung wurde in Los Angeles von Musikern produziert, die schon mit Pink, INXS oder Michael Jackson zusammen gearbeitet haben. Wie wenn eine Zeitungen sich ein neues Layout verpasst, ist zur heutigen Feuertaufe auch beim Tamedia-Sender Nervosität spürbar. Das Ziel des neuen Auftritts ist klar: Der Privatsender will sich noch mehr Hörer angeln. Der Bericht:
Heute stammen die meisten Radio-Signete digital aus dem Computer bzw. Synthesizer. Radio 24, der Sender der zum Tamedia-Konzern gehört, will nun analog punkten: "Wir haben unsere neuen Signete live mit einer Band eingespielt", so Radio 24-Programmleiterin Karin Müller. Für die Produktion sind Müller und ihr Layouter eigens nach Los Angeles gereist. Dort haben insgesamt vier verschiedene Komponisten die einzelnen Elemente kreiert. Danach wurden sämtliche Signete und Tonspuren mit Musikern rund um Paul Mirkovich, dem musikalischen Leiter von Pink und Keyboarder bei INXS, Janet Jackson und Peter Gabriel, eingespielt. Im Studio waren auch Nate Morton, Schlagzeuger bei Cher und Madonna und Bruce Watson, Gitarrist bei Alanis Morisette und David Bowie. Die Produktion in LA leitete Gerhard Joost, der schon mit Michael Jackson und Stevie Wonder gearbeitet hat.
Radio 24 wollte für die neue Audio-Verpackung Leute engagieren, die sonst dieselbe Musik machen, welche auch der Sender ständig spielt. Mit dem sehr musikalischen Layout soll die Musik auf Radio 24 verstärkt werden. Dazu führt das Privatradio auch sogenannte "Transitions" ein. Dabei handelt es sich um kurze, zweiteilige Musikteppiche, welche zwei Musikstücke miteinander verbinden. Insgesamt wurden 13 solche "Transitions" produziert. "Mit diesen Verbindungselementen wollen wir den Musik-Fluss unterstützen", so Müller.
News Radio 24
Showtreppe Patrick Hässig
Transition Radio 24
Das spezielle am neuen Soundkleid ist, dass die einzelnen Musik-Spuren immer wieder neu zusammen gefügt und kombiniert werden können. So kann der Layouter dann praktisch immer wieder neue Signete erstellen. Der neue Teppich mit allen Varianten dürfte deshalb etwa 4 bis 5 Jahre verwendet werden können.
Das News- und Verkehrs-Signet wurde in Zürich ohne die LA-Crew erstellt und zwar von Christian Bisang: "Mit dem News-Jingle wollten wir keine Emotionen rüberbringen." Das News-Signet müsse typisch Schweizerisch und neutral sein, so Bisang weiter. Für die ganze Produktion gab Radio 24 über 53'000 Franken aus.
Ufsteller-Moderator Patrick Hässig ist seit heute Mittwochmorgen um 5 Uhr der erste, der mit den neuen Signeten arbeitet. "Der Sound ist durch die Band viel satter und damit ist es zum Teil auch etwas schwieriger darüber zu sprechen", so der 31-jährige Radio-Mann, der bei Radio 24 seit heute neu auch als Moderationschef amtet. Zuvor war Karin Müller für diesen Bereich beim Sender zuständig.
Die Radio 24-Programmleiterin ist happy mit dem neuen Audio-Gewand: "Wir finden, dass unsere Signete nun state of the art sind." Es sei, wie wenn man das Fenster aufmache, einfach viel frischer als bis anhin. Aber trotzdem ist Müller nun etwas nervös bezüglich der Hörer-Reaktionen. So hatte die 45-Jährige vor dem Launch ein paar "appetitlose Momente", wie sie verrät. "Wir wollen mit dem neuen Sound-Design ganz klar neue Hörer holen." Um dieses Ziel zu erreichen baut Radio 24 zusätzlich auch das Wochenendprogramm aus. Geboten wird mehr News, mehr Unterhaltung und auch Talks.
(Text: Mark Baer)