Sender warben mit viel Prominenz

screen-up - SF und 3+ setzten beide aufs Wetter.

Die screen-up & congress 2006 fand dieses Jahr im Zürcher Theaterkino Abaton (ehemals Cinemax) statt. Die Screenings lieferten auch dieses Jahr diversen TV-Stationen die Möglichkeit, sich und ihre neuen Programme ins rechte Licht zu rücken. Den Anfang machte morgens um 9.00 Uhr der Musiksender Viva. Unterstützt wurde dessen Präsentation vom Bündner Rapper Gimma, der die Chance für einen Kurzauftritt bekam und das anwesende Publikum mit seinem Song "Superschwiiz" erstmal wachrüttelte.

Danach lag es an Sat1 und Roger Schawinski, die Zuschauer bei Laune zu halten. Der Schweizer in Diensten des Deutschen Privatsenders brachte zwei seiner neuen Aushängeschilder mit: zum einen Anna Maier, kommende Moderatorin der Sat1-Show "You can dance", zum anderen seine neuste Telenovela-Entdeckung Alissa Jung. Sie ist aktuell in "Schmetterlinge im Bauch“ zu sehen. Anna Maier, momentan noch beim Schweizer Fernsehen engagiert, nutzte die Chance, um über die laufenden Castings der neuen Tanz-Show von Sat.1 zu berichten. Sie erzählte von einer Kandidatin, die rumgehüpft sei, als würde "ihr Tampon nicht richtig sitzen". Diese Wortwahl brachte das Publikum zum schmunzeln und Roger Schawinski dazu, schnell zum nächsten Programmpunkt zu wechseln.

Ein Highlight war der Auftritt von Neo-Kabel1-Moderator Ingolf Lück. Im Stile eines Stand-Up Comedians nahm er seinen neuen Arbeitgeber gleich mächtig auf die Schippe und durchbrach so das wiederkehrende "Wir sind die Besten"-Prinzip. ProSieben holte für seine Präsentation Moderatorin Sonja Kraus nach Zürich. Mit einem "Grüezi mitenand" betrat sie die Bühne. Spezielle Erwähnung fand in ihrer Präsentation die ProSieben-Comedy-Fraktion rund um Stefan Raab, Michael "Bully" Herbig und Oliver Pocher, die sie ganz kess mit "meine Lausbuben" betitelte.

SF und 3+ mit gleicher Präsentationsidee

Im Stile einer Meteo-Sendung führte Wetterfrosch Thomas Bucheli durch das SF-Screening. Mit kleinen Seitenhieben auf die deutsche Konkurrenz sprach er von einem "kräftigen Tief" im Norden, von viel "heisser Luft", die verbreitet werde und von "Staub, der im nördlichen Nachbarland aufgewirbelt wird". Die logische Folgerung von Bucheli: Das Hochdruckgebiet liegt in der Fernsehlandschaft Schweiz und zwar bei der SRG SSR idée suisse.

Gleich nach der Präsentation von SF folgte diejenige des neuen Schweizer TV-Senders 3+. Ironischerweise wurde auch hier für einen Teil der Show die Wettersendung-Taktik gewählt. Ein unglücklicher Zufall, der enthüllt hat, dass die beiden Schweizer Sender vielleicht doch mehr gemeinsam haben, als ihnen lieb ist. Geschäftsführer Dominik Kaiser kündigte zudem nochmals seine Absicht an, 3+ im nächsten Jahr auch digital zu verbreiten.

Im Allgemeinen konnten bei den Screenings einige Trends festgestellt werden: Alle Sender legen ihren Schwerpunkt auch weiterhin auf Hollywood-Blockbuster und amerikansiche Serien. Zudem sind Wissensmagazine à la "Galileo" (ProSieben) stark im kommen. Eine spezielle Neuigkeit präsentierte der zur RTL-Family gehörende Sender Vox: Demnächst flimmert dort "Deutschland sucht den Superhund" über die Bildschirme.

(Bericht: Martina Bieler)

--> Eine Zusammenfassung des IGEM-Talks mit den Senderchefs Ingrid Deltenre (SF), Roger Schawinski (Sat.1), Anke Schäferkordt (RTL), Catherine Mühlemann (MTV) und Dominik Kaiser (3+) unter: http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=62690