Die Fernsehsendung "Gesundheit Sprechstunde" ist beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) erneut ein Thema. Das BAKOM hat ein Aufsichtsverfahren gegen die Sendung von Ringier TV eröffnet.
Das BAKOM vermutet eine "weitgehende Einbettung von Sponsoren in die Sendung", wie BAKOM-Jurist Michael Stämpfli einen Bericht des "Tages-Anzeigers" vom Mittwoch bestätigte.
Das BAKOM als Aufsichtsbehörde für Werbung und Sponsoring habe Auftritte von Sponsoren in der Sendung beobachtet, "die möglicherweise zu weit gehen". Zwar dürften Sponsoren durchaus Gegenstand der Sendung sein. "Sie dürfen aber nicht werben", sagte Stämpfli.
Ringier-Mediensprecher Stefan Hackh bestätigte am Mittwoch den Sachverhalt und hielt fest, dass es derzeit um die Ankündigung einer Untersuchung geht.
Es ist nicht das erste Mal, dass die "Gesundheit Sprechstunde", die von Ringier TV für Presse TV produziert und auf SF 1 ausgestrahlt wird, vom BAKOM ins Visier genommen wird. Stämpfli begründet dies auch mit dem Thema der Sendung.
"Es geht um Gesundheit, um medizinisches Fachwissen, medizinische Anwendungen und Medikamente", weshalb das BAKOM bei der Aufsicht eine besondere Verantwortung wahrzunehmen habe.
Aber es geht auch darum, dass die Sendung bereits wiederholt gegen gesetzliche Bestimmungen verstossen hat. Im vergangenen Jahr prüfte das BAKOM, ob ein Sponsor einen unerlaubten werblichen Auftritt in zwei Sendungen hatte. Im Sinne der Verhältnismässigkeit verhängte das BAKOM damals keine weitergehenden Massnahmen.
Das BAKOM visioniert regelmässig Sendegefässe, die die Behörde bereits früher beanstandet hatte. Damit will die Behörde sicherstellen, ob die Redaktionen Massnahmen zur Verbesserung eingeleitet haben.
Bei einer solchen Nachkontrolle sind in Sendungen der "Gesundheit Sprechstunde" vom Herbst 2009 wiederum mögliche Mängel zutage getreten, weshalb das BAKOM das erneute Aufsichtsverfahren lanciert hat.
Im Jahr 2006 büsste das BAKOM die Sendung wegen Verletzung der Werbe- und Sponsoringbestimmungen mit 5'000 Franken. Der Sender musste zudem einen Teil der unrechtmässig erzielten Einnahmen abliefern. (sda)