Der Publikumsrat SRG Deutschschweiz ist mit der Vielfalt von SRF- Sendungen zum Ausbruch des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren mehrheitlich zufrieden. An der Dramaturgie der Serie "anno 1914 - Die Fabrik" kritisiert er, dass Schauspieler und Laien "nicht wirklich im Jahr 1914 angekommen sind".
Gemäss Mitteilung des Rates vom Dienstag war die dreiwöchige Reihe, die den Mikrokosmos einer Webereifabrik und der dazugehörenden Fabrikanten Villa zeigte, "unterhaltsam und teilweise lehrreich".
Bemängelt wurde an der Dramaturgie, dass sowohl Schauspiel-Profis als auch Erlebnisfiguren nicht wirklich im Jahr 1914 angekommen seien und dass die Schwere der damaligen Zeit zu wenig spürbar wurde.
Einhelliges Lob gab es für Moderator Michael Weinmann. Auch der Historiker Hans-Peter Treichler überzeugte mit seinem Fachwissen.
Kritik an Kommunikation
Ausser mit der "Fabrik"-Reihe setzte sich der Rat mit dem Thementag von Radio SRF vom 28. Juni auseinander. Er sei insbesondere beeindruckt von der ausgezeichneten Leistung von Radio SRF 2 Kultur, heisst es in der Mitteilung.
Der 1. Weltkrieg sei hier mit vielen Facetten breit und umfassend aufgearbeitet worden. Wohltuend sei gewesen, dass nicht nur von den Männern an der Macht und den Soldaten im Krieg berichtet wurde, sondern auch darüber, was dieser Krieg für Frauen und Familien bedeutete.
Kritik äusserten die Ratsmitglieder vor allem zu einem Punkt: Die Sendungen und auch die "hervorragenden" Online-Informationen wurden – im Unterschied zu "anno 1914 - Die Fabrik" - kaum kommuniziert. Es sei schade, wenn ein derart gutes Angebot die breite Öffentlichkeit nicht erreiche, bedauert der Rat. (sda)