"Die Idée suisse glüht vor Eifer", schreibt die NZZ und stellt fest, dass bei der SRG der "gute alte Service-public-Gedanke" zurzeit triumphieren darf. Die SRG habe dieser Tage mehrere Aktionen gestartet und zählt auf.
So begeben sich SRG-Radiokanäle aus allen Landesteilen bis zum Oktober auf gemeinsame kulinarische Spurensuche durch die Schweiz. Ferner startete diese Woche unter der Internet-Adresse idéesuisse.ch eine schweizergeschichtliche Plattform mit Ausschnitten aus dem audiovisuellen Archiv. Und schliesslich gab das Schweizer Fernsehen bekannt, eine Bildungsinitiative zu starten
Der NZZ scheint die Häufigkeit "dieser Gesten des guten Service-public-Willens" nicht ganz zufällig. Anfang Juli sei der Entwurf für eine Radio- und Fernsehverordnung in die Anhörung geschickt worden, die von einiger Bedeutung sei, weil sie in wichtigen Punkten die Bewegungsfreiheit der SRG definieren werde. Der Entwurf sieht laut NZZ einige Verschärfungen der Regeln für die SRG vor.
"In diesem Sinne sollen die drei genannten Programm-Initiativen wohl dokumentieren, dass derartige Verschärfungen gar nicht nötig sind, weil man freiwillig ein Musterknabe sein will", schreibt die NZZ. Programmgestaltung im öffentlichen Rundfunk habe insofern durchaus mit Politmarketing zu tun. Die NZZ erinnert an das Kulturexperiment "Hotel B." während der Direktionszeit von Peter Schellenberg. Das Projekt sei zwar gescheitert, habe aber seinen politischen Zweck erfüllt.