Die beiden Verlagshäuser Tamedia und NZZ setzen grosse Hoffnungen in bezahlte Medien-Angebote im Internet. Das Beispiel der "New York Times", die erfolgreich eine Bezahlschranke bei Online-Angeboten eingeführt hat, mache Mut. Dieser Schritt werde dornenreich sein, sei aber machbar, sagte Pietro Supino, Verleger und Verwaltungsratspräsident der Tamedia, am Dienstag an der Dreikönigstagung des Verbandes Schweizer Medien in Zürich.
Bereits nachdem Mitte November die Nachricht der geplanten NZZ-Bezahlschranke grosses Aufsehen erregte, wurde klar, dass auch Tamedia für gewisse Online-Angebote Geld verlangen will (persoenlich.com berichtete). Bezüglich Bezahlpflicht sei aber weder bei Newsnet noch bei 20min.ch eine Änderung geplant. "Beide Newsportale schreiben schwarze Zahlen, sie lassen sich also am Werbemarkt finanzieren. Die Angebote werden weiterhin kostenlos bleiben", sagte Christoph Zimmer, Unternehmenssprecher der Tamedia damals.
Stark auf die Karte Online setzt auch die NZZ. Sie wird im ersten Quartal 2012 ihren Webauftritt überarbeiten und in diesem Rahmen eine Bezahlschranke im Online einführen, wie NZZ-Konzernchef Albert P. Stäheli an der Dreikönigstagung sagte. Zwar werde es nach wie vor Gratisangebote im Web geben. Wer mehr als 20 Artikel der NZZ pro Monat abrufe, müsse zahlen. Die digitale Revolution auch im redaktionellen Bereich sei für die 230 Jahre alte NZZ ein gewaltiger Kulturwandel.
Supino und Stäheli setzen im Print wie im Online auf Qualität. Für Tamedia zählt dazu auch der investigative Journalismus. Fünf Journalisten werden im Juli am Pilotprojekt "Summer Investigative Reporting Program" in New York teilnehmen. Maximal 25 Teilnehmer aus aller Welt können dort dabei sein.
Lesen Sie hier mehr über die Dreikönigstagung. (sda)