Setzt auf 80er-Jahre und moderne Haltung

"Stern" - Am 14. März erscheint das "neue" Magazin.

Wenn am Donnerstag der "Stern" am Kiosk liegt, werden sich viele Leser nicht nur über den Preis von 1 Euro freuen, sondern auch über die Aufmachung – wird sie sie doch an den "Stern" ihrer Jugend erinnern. Dies schreibt kress.de.
 
Chefredakteur Dominik Wichmann hat sich für sein neues Konzept das Beste aus 65 Jahren "Stern"-Optik herausgepickt – und das fand er offenbar in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre. Das wirkt weder hip-retro noch sonderlich modern. Die vier Schrifttypen und die dreispaltige Seitenstruktur plus sogenannter Tanzspalte, die Raum für Zusatzinformationen gibt, verleihen dem Heft einen klaren, gut lesbaren Textverlauf, ohne allzu nüchtern zu wirken. Insgesamt kommt der neue "Stern" wieder magaziniger daher.
 
"Für wen machen wir was und wie?"
Für die Neukonzeption habe die Frage "Für wen machen wir was und wie?" eine zentrale Rolle gespielt, erläuterte Wichmann auf einer Presse-Präsentation in Hamburg. Die Antwort sei eine auf den ersten Blick simple, aber äusserst diffizile Systematik. Wichmann und Kollegen wollen mit dem "Stern" den "engagierten Bürger" erreichen, gefühlte 40 Jahre alt, von modernen Zielen aber konservativen Werten getrieben.
 

Abgebildet werde "die ganze Lebenswelt". Chefredakteur Dominik Wichmann will also am Prinzip der Wundertüte festhalten. Es werde jedoch mehr "planbare Themen" geben, sagte Wichmann. "Anhand der These arbeitet sich eine Geschichte ins Heft hinein", so Wichmann. Je tragfähiger diese These und je mehr die Geschichte die Leser emotional berühre, desto eher könne ein Thema zu einer langen Textstrecke im Herz- oder Bauch-Teil des Heftes werden.

Umgesetzt werden soll das Ganze in Form von "anspruchsvoller Unterhaltung". Der "Stern" sei kein Nachrichtenmagazin. Die Grundversorgung erfolge online. Das Print-Heft funktioniere hingegen wie ein Navigationsgerät, das eine Auswahl biete und Schwerpunkte setze, so Wichmann. Apropos online: Spätestens im Juni soll die Redaktion von stern.de in den Arbeitsablauf der Printredaktion integriert werden. Organisatorisch werden beide Einheiten aber wohl auch künftig getrennt voneinander operieren. Die bei stern.de beschäftigten Redakteure sind in einer tarifungebundenen GmbH zusammengefasst, während die Printjournalisten zur Gruner+Jahr AG gehören.

Relaunch hat nicht mehr als 1 Million Euro gekostet
Wie viel Geld der Verlag in die Modernisierung seines Flaggschiffs investiert hat, wollte Verlagsgeschäftsführer Thomas Lindner nicht sagen. Mehr als 1 Million Euro sollen es dem Vernehmen nach jedoch nicht gewesen sein. Dafür steckt G+J einige Scheine in die Werbung für seinen neuen "Stern". Das Brutto-Werbevolumen beträgt 25 Millionen Euro, so Lindner. Damit will die "Stern"-Mannschaft vor allem dafür sorgen, die Zahl derjenigen Leser zu erhöhen, die das Magazin bislang nur unregelmässig gekauft haben. Laut IVW betrug die verkaufte Auflage im 4. Quartal 2012 788'621 Exemplare. Davon gingen 243'299 Exemplare als Einzelverkauf über den Ladentisch – 8,6 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. (kress.de)

Bild: stern.de