Mit dem aktuellen Messstationen-Netz könne man in der Schweiz keine vernünftige Unwetterwarnung betreiben, kritisiert TV-Mann Jörg Kachelmann in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. "90 Prozent der Schweizer Naturräume sind ohne wissenschaftliche Messung", wettert Kachelmann. Und weiter: "Das Messnetz in einem topographisch dermassen anspruchsvollen Land ist völlig ungenügend und würde selbst ein Drittwelt-Land beschämen."
Meteo Schweiz und SF Meteo bezeichnet er als Bezüger von Steuer- und Konzessions-Millionen, die sich ihr Geld gar nicht verdienen müssen. Sie würden vorgeben, mit der bestehenden Messbasis die Schweiz angemessen warnen zu können. "Das ist geradezu grotesk und eine Irreführung der Bevölkerung", erklärt Kachelmann.
Bei SF Chefmeteorologe Thomas Bucheli stösst die Kritik auf völliges Unverständnis, wie eine Anfrage von "persoenlich.com" zeigt: "Ich sehe bei Kachelmanns Aussagen keine Argumentation mit fachlichen Bezügen, das ist reine Polemik." In diese Polemik wolle er eigentlich gar nicht miteinstimmen, es sei aber schon mehr als zynisch, dass sich Kachelmann bei jedem Unwetter, bei dem er keine Verantwortung wahrnehme, mit Kritik zu Wort melde. "Ich frage mich auch, warum die Medien Kachelmanns Aussagen jeweils übernehmen, ohne sie zu hinterfragen", so Bucheli.
Kachelmann ist mit dem Wetterportal Meteocentrale.ch derzeit dabei, sein eigenes Messstationen-Netz in der Schweiz massiv auszubauen. Bis Ende 2008 will er 200 Online-Messstationen im Einsatz haben. Meteo Schweiz verfügt heute über deren 70.