Sie wissen, was den anderen triggert

Roger gegen Markus - Seit zehn Jahren streiten Roger Schawinski und Markus Somm wöchentlich auf Radio 1. In einem Interview mit der NZZ sprechen sie über Debattenkultur und «Abkühlungspausen».

Im Talk-Format «Roger gegen Markus» duellieren sich Medienpionier Roger Schawinski und Nebelspalter-Verleger Markus Somm seit zehn Jahren auf Schawinskis Sender Radio 1. Bald werden sie die 400. Sendung aufnehmen.

In einem Interview mit der NZZ blicken die beiden zurück. «Roger findet, ich würde ihn persönlich angreifen, und ich finde, er setzt mich herab. Beide dürften recht haben», sagt Somm zu den Meinungsverschiedenheiten, die manchmal aus dem Ruder laufen. «Wir müssen das aushalten. Das ist nicht immer einfach. Ich laufe manchmal schweissgebadet aus dem Studio», ergänzt Schawinski.

Die Sendung musste mehrmals «Abkühlungspausen» einlegen, zuletzt im März (persoenlich.com berichtete). Es ging um die Frage, ob man gleichzeitig gegen Putin und für Trump sein kann. «Markus ist ein Linken-Fresser. Da lüpfte es mir den Hut», erklärt Schawinski.

Sie finden aber auch Komplimente füreinander. «Markus ist unglaublich eloquent. Er ist belesen. Er informiert sich. Manchmal besser, manchmal schlechter», sagt Schawinski. Somm sieht in seinem Kontrahenten den «härtesten Befrager und Debattierer im journalistischen Lager». «Man muss aushalten, dass jemand eine andere Meinung hat, die einen richtig aufregt, und dass er einen angreift. Ich bin da schmerzfrei. Hauptsache, wir reden miteinander.» (spo)