Sieben regierungskritische Sender verboten

Türkei - Die Kanäle stehen der Bewegung um den Prediger Fethullah Gülen nahe.

Die Staatsanwaltschaft in Ankara hat dem grössten Anbieter von Bezahlfernsehen in der Türkei die Ausstrahlung sieben regierungskritischer Fernsehkanäle untersagt. Der Anbieter Digitürk teilte am Donnerstag mit, dass unter anderem die Sender Kanaltürk, Samanyolu TV und Bugün TV nicht mehr angeboten werden. Grund seien Ermittlungen wegen Verstosses gegen die Verfassung.

Die betroffenen Sender stehen der Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen nahe. Gülen war früher ein Verbündeter des heutigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Inzwischen wirft Erdogan Gülen vor, die Regierung stürzen zu wollen. Die ebenfalls der Gülen-Bewegung nahestehende Zeitung "Today's Zaman" berichtete, den betroffenen Kanälen werde Unterstützung einer Terrororganisation vorgeworfen. Zuvor hatte schon der Bezahlsender Tivibu nach Medienberichten die Ausstrahlung Gülen-naher Sender gestoppt. (sda/dpa)