Die Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland (Spital STS AG) hat sich beim Presserat über die Berichterstattung der "Simmental Zeitung" beschwert. Bei schweren Vorwürfen sei die Gegenseite anzuhören, befand nun dieser und gab der Spital STS AG recht. Selbst wenn in einem weiteren Zeitraum auch die Gegenseite zu Wort gekommen sei, könne nicht damit gerechnet werden, dass die Leserschaft die ganze Thematik stets präsent habe, schreibt der Presserat.
Zu schweren Vorwürfen eines einzelnen Artikels auch innerhalb einer länger dauernden Berichterstattung müssen deshalb betroffene Personen oder Organisationen kurz Stellung beziehen können. Die Spital STS AG warf der "Simmental Zeitung" vor, diese führe "eine Kampagne gegen sie im Rahmen des Spitalstreits, der die Region seit längerem entzweit", wie der Presserat weiter mitteilte.
Die Artikel der Zeitung über den umstrittenen neuen Spitalstandort seien "parteiisch und verletzten die Regeln der journalistischen Fairness". Am 25. Juni 2009 habe der Verleger persönlich schwere Vorwürfe gegen die Spital STS AG und deren namentlich angeprangerte Verwaltungsräte ohne Anhörung der Gegenseite veröffentlicht.
Die Spital STS AG will die Spitäler Saanen und Zweisimmen aufheben und durch den Neubau auf den Saanenmösern ersetzen. Während es im vergangenen November noch hiess, der Neubau eines Spitals auf den Saanenmösern sei möglich, sprach der bernische Regierungsrat im Februar von einer "verfahrenen Situation". (sda)