Hinter Übernahme des Internet-Portals "jobs.ch" (persoenlich.com berichtete) durch Ringier und Tamedia steckt ein komplizierter Deal. Es wurde laut der Zeitung "Der Sonntag" vereinbart, dass Tamedia über eine Call-, also eine Kontroll-Option verfügt. Diese erlaubt ihr als börsenkotierte Firma eine Konsolidierung gemäss der internationalen Rechnungslegung IFRS, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage bestätigt. Sollte Tamedia diese Option tatsächlich ausüben, könnte Ringier (erst) zwei Jahre später über einen Reverse-Call die Beteiligung von Tamedia zurückkaufen. Theoretisch sitzt Tamedia im Konfliktfall also am längeren Hebel, vorausgesetzt, der festgelegte Preis für die Call-Option ist nicht viel zu hoch. Beide Verlagshäuser legen Wert darauf, dass es sich um eine paritätische Partnerschaft handelt. Deshalb wurde auch kein Stichentscheid für das alle zwei Jahre wechselnde Präsidium des Verwaltungsrates vereinbart. "Jobs.ch soll seine Erfolgsgeschichte fortschreiben können", sagt Zimmer, "das ist das gemeinsame Ziel." Das Verhältnis beider Häuser bezeichnet er als "professionell und freundschaftlich". Edi Estermann nennt Tamedia gegenüber dem "Sonntag" den "idealen Partner".
Dem Vernehmen nach hat beim Deal CS-Präsident Urs Rohner eine wichtige Rolle gespielt, da die CS im Auftrag des amerikanischen Hedge Funds Tiger Global Management einen Käufer für "jobs.ch" gesucht hatte. Im Rennen waren zunächst die deutsche Telecom über ihre Tochter Scout und die beiden grossen Verlage Ringier und Tamedia. (Sonntag)